Blogparade: So habe ich mich als Mama verändert oder nie wieder Horrorfilme?

2kindchaos ruft zur Blogparade auf…

Wie hat einen das Mutter sein verändert?

Da muss ich zu Anfang etwas ausholen.

Ich arbeite seit meinem 21ten Lebensjahr in Kindergärten und Krippen, bin also recht „abgehärtet“, was Kinder im Allgemeinen und Verletzungen im speziellen angeht.
Ein Loch in der Lippe?
Trösten, pusten, Eltern informieren, Pflaster drauf.

Das Blut splottert schwallartig aus der Nase und hat schon fünf andere Erzieher in die bewusstlosigkeit befördert?
Trösten, pusten, Eltern informieren, Pflaster drauf.

Egal wie schlimm oder wie fies die Verletzung aussah, ich reagierte wie ein Vulkanier und bandagierte, pflasterte, pustete, informierte, tröstete wie ein Profi.

Nichts konnte mich aus der Ruhe bringen.

Ich war Zen.

Ja, bis ich selbst Mutter wurde.

Jetzt bin ich ein Häufchen Elend, wenn Lotte sich verletzt.

Ich kann es nicht ertragen, wenn Lotte blutet, weil sie hingefallen ist. Meine kniescheibe für ihre aber mach, dass sie nicht mehr weint.

In meinem Kopf spielt sich permanent ein Horrorfilm ab.

Würde ich jede noch so absurde Möglichkeit aufschreiben, wie Lotte sich verletzen könnte, dann wäre dieses Buch sofort auf dem Index. Der Film zum Buch würde nur unter der Ladentheke verkauft werden…

Einerseits lasse ich mein Kind machen und ausprobieren (pädagogen-kinder-sind-nicht-zerbrechlich-ich) andererseits würde ich Lotte am liebsten in luftpolsterfolie einwickeln und nur mit Helm und knieschützern leise in der Ecke spielen lassen (mutti-hab-ich-selbst-gemacht-ich) . Yolo und so.

Ich weiß noch wie ich das erste halbe Jahr nicht schlafen konnte.
Nicht weil Lotte nachts Party gemacht hat, sondern weil ich beobachten musste, wie sich dieser winzige brustkorb hebt und senkt.

Ich bin ein richtiger schisser geworden.

Nach aussen hin immer noch Zen aber innen drin schreit mich mein angstmuttiich an „PASS AUF DEN KOPF AUF!!!!“

Womit wir zu den guten alten Horrorfilmen kommen.

Ich hab alles geguckt, je ekliger und blutiger desto besser..
Die japanische Version von the grudge?
Pipifax.
Haus der tausend Leichen?
Toller Soundtrack.
2001 maniacs?
Ich hab den ganzen Film über gelacht.

Der letzte Horrorfilm den ich geguckt habe war insidious… Aber auch nur, weil mir mein Mann versicherte, dass es ab der Hälfte ziemlich lächerlich wird.

Ich kann mir so was einfach nicht mehr angucken. Sobald ein Schauspieler kleiner als einen Meter ist, bekommt er Lottes Gesicht und lispelt „ich hiebe dich Mama“

Mir entgeht soviel Spaß.
First World Problems.

Jetzt gucken wir Family guy und ich muss heulen, wenn ich ein Baby sehe… Um es mal überspitzt zu formulieren.

Denn was Gefühle angeht, bin ich keine eiskönigin mehr.
Für meinen Geschmack hab ich manchmal zu viel Gefühl.
Ich war immerhin immer die mit dem resting Bitch Face als es den Begriff noch gar nicht gab.

Ich kann Nähe zulassen und geniessen, was früher viel schwieriger für mich war.
Seit ich Mama bin, hab ich ziemlich häufig „Hormone“ wie ich meine gefühlsdusel Attacken nenne.

Und was super ist.

Ich lasse mir nicht mehr alles gefallen.
Ich lerne auszuteilen und stecke nicht mehr nur ein.
Langer, langer Lernprozess aber wehe, einer drängelt sich vor oder versucht mich herablassend zu behandeln…

Da kommt dann der kampfzwerg, oft, nicht immer. Aber er kommt.

Das Mutter werden und Mutter sein verändert einen zwangsläufig. Man kann nicht so weiter machen wie bisher, die Perspektive auf sich und auf die Gesellschaft verändert sich schlagartig.
Immerhin lebt man jetzt mit jemandem zusammen, für den man die Welt aus den angeln heben möchte und besser hinterlassen will.

Da ist es dann nur halb so schlimm, wenn man 90 Minuten lang durch ein Kissen atmet, weil der Gatte einen Filmabend mit Blut und Splatter vorschlägt.

Horrorfilme hin oder her. Die Saga geht immer.
Nachwuchstrooper macht’s vor.
A
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Ein Kommentar zu „Blogparade: So habe ich mich als Mama verändert oder nie wieder Horrorfilme?

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  1. Hihi, sehr cool geschrieben 🙂 Gefällt mir, ich hab es auch gern geteilt 🙂

    Was Feedback angeht (hoffe du hattest das gemeint): ich würde den Blog etwas aufpimpen, vor allem was die Struktur angeht, zB Seitenleiste mit „about me“ und Social Media Profile 🙂 Du hast einen coolen Humor, der Blog kann sicher ganz interessant werden 😉

    Ein paar Tipps zum Aufbau hatte ich mal verbloggt: http://www.2kindchaos.com/blog/bloggen/serie-blog-schreiben-2-wie-soll-ich-meinen-blog-aufbauen

    Liebe Grüße, Frida

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