Die wirklich wahre Wahrheit übers Stillen

Während ich hier Möhren knabbernd und dickbauchig auf der Couch meiner lieben Mutter rumlümmel und meiner Tochter beim schmollen zugucke, denke ich daran zurück, wie dieses kleine („NEIN, IS BIN SCHON DROSS“), süße („IS BIN NICH SÜSS, BIN EIN MONSTA“) Tochterkind und ich eine wunderbare Stillbeziehung hatten, die vom Tag ihrer Geburt bis zu exakt ihrem zweiten Geburtstag ging und durch meine neue Schwangerschaft beendet wurde.

Was ein Satz.

Luftholen, weiter machen.

So.

Also, ich sitze hier und nenne die Stillzeit wunderbar.
Ich könnte noch weitere Adjektive benutzen.
Magisch, herzerwärmend, tröstend, natürlich und so weiter und so poetisch.

Hormone sei Dank schwebt alles in einem rosa Schleier auf einem Regenbogen durch Mutter Erde aber Hey… Ihr habt es hier mit einer Frau zu tun, die gerne Engel von Wolken ballert.

Also hier ist die ultimative Wahrheit über das Stillen.

1. Es tut weh

Ohja … Die ersten Tage bis Wochen (bei mir war es etwa eine Woche) tut es wirklich weh.
Der Körper bzw eure Brustwarzen müssen sich erst an die neue Belastung gewöhnen, was mit wunden und geröteten (im besten Fall) Brustwarzen einhergeht.
Dagegen helfen bedingt verschiedene Salben und Zeit.
Nach einer Weile ist es vergessen und man kann es auch geniessen, auf diese Art Bindung, Nahrung und kuscheln zu verbinden.

2. Ihr zieht auch gerne mal Blödmenschen an

Auch das ist eine unangenehme Folgeerscheinung oder Nebenwirkung des Stillens.
Sei es im Cafe, im Einkaufscenter, im Flugzeug oder auf dem Mars in einem dunklen Krater.
Ich verspreche euch, es taucht ein Kopf auf, der euch zurechtweisen muss, was ihr denn für unangebrachte Verhaltensweisen an den Tag legt.
Ich mein … Hallooooooo…. Ihr holt eure Brüste raus und habt nicht mal den Anstand, damit Werbung für Winterreifen zu machen?
Ihr wollt euer Baby damit füttern?
Schämt euch. Pfui.
Isjaekelhafft.

3. Experten, Experten überall

Da kriechen sie aus ihren Löchern.
Euer Baby ist erfolgreich angedockt, ihr wurdet nicht aufs Klo verbannt wo jeder klar denkende Mensch seine Mahlzeiten zu sich nimmt und geniesst die Ruhe und die kleinen Saug- und Schmatzgeräusche die eure DNS da fabriziert und auf einmal, puff, expecto experto….

Experte: „Sie sollten langsam mal abstillen“
Du: „Es ist zwei Wochen alt“

Experte: „bekommt es denn schon was richtiges?“
Du: „Nein, wie bei allem anderem täusche ich auch hier nur vor“

Es gibt unzählige Sätze, die der wandelne Erziehungsratgeber drauf hat.

Stur lächeln und winken heisst die Devise.

4. Eure Brüste sind Allgemeingut

Ja, Hashtag Fakt. Jeder wird eine Meinung zu euren Brüsten haben und was ihr damit zu tun und zu lassen habt.
Es gab sogar eine Broschüre, in der sinngemäß drinstand, dass der Mann ja irgendwann wieder seine Privilegien wieder haben möchte und ihr doch bitte nicht allzu lange stillen sollt.

Ich lass das jetzt mal unkommentiert stehen.

5. Egal wie ihr es macht, irgendjemand findet was zu meckern

Ihr stillt? Lange?
Dann seid ihr Ökos aber die von der schlechten Sorte (ne Definition habe ich allerdings nie bekommen)

Ich stillt nach vier Monaten ab und fangt mit Beikost an?
Dann seid ihr uninformiert und liebt euer Kind wahrscheinlich nicht so wie ihr es lieben solltet.

Egal, wie und wo und warum und weswegen und wieso.
Ich garantiere euch einen Meckerkopf.

6. Euch wächst eine dicke Haut.

Zwangsläufig. Ihr entwickelt eine Art Galgenhumor und Nerven wie Drahtseile.
Irgendwann zückt ihr gelangweilt die Bullshit-Bingo-Karte und starrt die Experten und Meckerköppe erwartungsvoll an.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Stillen ist eine wunderbare Art, eine tiefe und innige Beziehung zu seinem Kind herzustellen* und boah 30 Kilo in 6 Monaten… Das soll mir mal einer nachmachen.

*ich möchte hier noch klarstellen, dass man auch mit einer wunderbaren Beziehung zum Baby gesegnet ist, wenn man sein Kind mit der Flasche groß zieht 😘.

Daher ein letzter Punkt

7. So wie ihr es macht, ist es für euch richtig

Ob ihr einen Tag, zwei Tage, 2 Jahre oder 4 Jahre stillt. Es muss sich für euch gut anfühlen.
Niemandem, weder euch noch eurem Baby ist geholfen, wenn das Stillen der pure Horror ist. Ist so. Lieber glücklich mit Flasche als traumatisiert durch Schmerzen und die Angst.
Fühlt euch nicht als Versager und lasst es euch im Gottes Willen nicht einreden.

Ihr seid starke Frauen, egal wie euer Baby groß wird.
Liebe ist wichtiger als jeder Mops der Welt 😘

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