Die Prinzessin isst ne Erbse

True Story
Ich stehe über einem Topf mit Gemüsecurry und pople Erbsen in eine Grüffelo Schüssel. 


Aber fangen wir am Anfang an, was logisch ist, denn eine Geschichte von hinten aufzuziehen funktioniert nur bei „Memento“.



Vor langer langer Zeit in einem (Bundes)Land namens Berlin wurde ein kleines Mädchen in den deutschen Mittelstand geboren.
Rotgülden ward ihr Haar, groß ihr Kopf.


Das Haar fiel aus und somit war das kleine Mädchen mit der Frisur ihres Vaters gesegnet. Dies aber nur nebenbei und um den Lesefluss zu erschweren, weil Gründe. 

Ich Scherzkeks.

Dies Mädchen, meine werten Leser, wuchs dank der Milch ihrer Frau Mutter zu einem kleinen feisten Stillkind.

Doch früh schon interessierte sich das kleine Mädchen für das Essen der Erwachsenen und so lutschte sie, der Tatsache trotzend das sie zahnlos war, Brot in seine Bestandteile und gierte nach Erdäpfeln, den gekochten.

Ihre Mutter und die Großmutter waren sehr glücklich über dieses Kind, welches solch Interesse an der Hausmannskost zeigte.


„Eine gute Esserin werdet ihr haben, meine Tochter“ sagte die Großmutter der kleinen.
„Ach Mutter, ich hoffe, dies bleibt so, nichts würde mich glücklicher machen“ erwiderte die Tochter und hüpfte leicht beschwingt über eine Blumenwiese wie eine Katze, der man versehentlich auf den Schwanz getreten war.
(Anmut war der Mutter fremd)

Das kleine Mädchen wuchs heran und probierte sich durch jegliche Nahrung.
Nichts war ihr zuwider. Ob es Grießbrei war oder Sand, alles musste probiert werden.

Nun begab es sich, dass die böse Hexe Mäkelliese in die Stadt kam um nach Kindern zu suchen, die sie verzaubern konnte.

Als das kleine Mädchen unachtsam war, sah Mäkelliese ihre Gelegenheit und schlug unerbittlich zu.


Seit diesem Tag war alles anders.

Egal was die Mutter für das Kind bereitete, sie erntete ein „bäääh“ für ihre Mühen.
Das Lieblingsessen ihrer Tochter wurde Klappstulle, mit ohne nichts dazwischen.

Spaghetti mit Ketchup, dem roten, welche dann ungegessen auf dem Tisch verblieben, waren ein gar trauriger Anblick.
(Ich mein, hallo, ist ja auch eine eklige Kombination)

Nichts war dem Mädchen gut genug und die Mutter bekam Sorgenfalten. Angst umklammerte ihr Herz ob ihr Kind von Fleische fallen würde.

Doch schien es, als hätte das Kind das Geheimnis entschlüsselt, sich per Photosynthese alle nötigen Kalorien, Vitamine und Mineralien einzuverleiben.

Sie wuchs und gedieh und sagte zu jedem Mahl „bäääh“.

„Bääh“ zu Lasagne.
„Bäääh“ zu kleinen Nudeln.
„Bäääh“ zu Reis.


Ich glaub, es wird deutlich, dass alles „Bääh“ war.

Manchmal aß das Mädchen ein wenig Paprika, manchmal etwas Tomate.
Eine Zeitlang aß sie Curry mit Linsen.


Doch selbst dieser Hoffnungsschimmer verblasste bald.

Klappstulle mit ohne garnichts alleine lockte das Mädchen hinter dem Ofen hervor.

Bis es der Mutter wie Schuppen von den Augen fiel. Auch sie wurde im zarten Kindesalter von der Hexe Mäkelliese verzaubert. 


Auch ihre Mutter, die Großmutter des kleinen Mädchens war oft verzweifelt, womit sie ihr Kind bekochen konnte.

Doch der Fluch der Hexe wird nicht ewig halten. Mit den Jahren wird er schwächer bis er irgendwann fast komplett verschwunden ist.

Und so steht die Mutter am eisernen Kochtopf und fummelt Erbsen aus dem Gemüsecurry, schaufelt diese in eine Grüffelo Schüssel, weil ihr liebes kleines Mädchen mal nicht „bääh“ rief, sondern „nua ebsen hamen, Mama. Danz wenik Kully.“


Sie wird so lange Erbsen aus Currys friemeln, bis ihr Kind satt ist.

Denn manchmal bedeutet Liebe genau das.
Manchmal friemelt man eben Erbsen raus.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann friemelt sie noch heute.

Eine komplette Liste der Dinge, die letzte Woche noch essbar waren

– Omas Nudelsuppe
– Pommes
– Schokolade
– die erwähnte Klappstulle der Tristesse
– ein Stück Apfel, welches entscheidet der Zufall

Ob diese Liste noch Bestand hat, wenn das Kind morgens wach wird…. der Tag wird es zeigen.

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