Von Schnecken und platzenden Mamas

Gartenbastelgespräch

Findus* (5) : „duuuuu Roksana? Ich will dich heiraten.“
Ich: „du bist doch schon mit Juli* verlobt, du kannst nicht zwei auf einmal heiraten.“
Findus: „dich heirate ich zuerst, du wirst ja nicht jünger.“

Na vielen Dank auch.😁

*sämtliche Namen sind geändert.

Man sagt ja immer, Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit.
Bei Betrunkenen bin ich mir nicht so ganz sicher, bei Kindern stimmt das allerdings.

In den ganzen Jahren die ich nun schon Kinder begleite, kommt man nicht drum herum, dass man sich auch ab und an mit ihnen unterhält. Schon allein der Sprachförderung wegen. 😉

Kinder erzählen meistens ohne Punkt und Komma und auch ohne Scham.
Es gibt unzählige Sammlungen an Kindermundsprüchen, jeden Freitag gibt es beim Familienbetrieb die Twitterperlen der Woche und man muss auch mal seine Kopfhörer in der U-Bahn abnehmen um wirklich interessante Dinge zu erfahren.

In meinem Fall reichte schon ein ganz ordinärer Morgenkreis im Kindergarten.
Wenn man diesen mit der Frage „na, was habt ihr so am Wochenende erlebt?“ eröffnet, erfährt man in fünf Minuten mehr über die Familie als die NSA in den ganzen Jahren ihres Bestehens.

#isso

Wie an dem einen Morgen als ich die Frage stellte und alle Kinder etwas zu erzählen hatten.

Als dann Mimi* an der Reihe war, erzählt sie freudestrahlend darauf los.

Mimi: „meine Mama hat sich die Schnecke rasiert.“
Ich: „bitte was? Warum rasiert deine Mama eine Schnecke?“
Mimi: „nein, doch nicht eine Schnecke, IHRE Schnecke. So.“

Ich guckte wohl weiterhin wie ein Pferd auf der Weide, also griff Mimi zur Scharade und tanzte es mir vor.

Mimi streckte ein Bein in die Höhe und wedelte mit der anderen Hand zwischen ihren Beinen.

Da fiel es mir erst wie Schuppen von den Augen.
DIESE Schnecke… Ich kannte die Umschreibung bis dahin gar nicht und war ziemlich irritiert, zu Anfang zumindest.
Danach musste ich schon schmunzeln.

„Der heimelige Geist“

Ein anderes Mal bin ich mit den Kindern auf einen Ausflug zum Berliner Dom gefahren.

Diese wundertolle Kirche mitten in Berlin ist immer einen Besuch wert, allein der Architektur und der Malereien wegen (nicht zu vergessen, die Gräber in den Katakomben).

Viele der Kinder sind nicht getauft und haben nie eine Kirche betreten aber da wir kurz vor Ostern standen, war es mal eine gute Gelegenheit, umsonst in die Kirche zu kommen (yeah).

Wir waren also drinnen und eine der Deckenmalereien zeigt eine weiße Taube.
Ich erkläre den kurzen was da oben zu sehen ist (der heilige Geist), wir schauen uns die Kirche an (wir waren sogar oben in der Kuppel) und fahren zurück in die Kita. Thema gegessen, Auftrag erfüllt.

Ein paar Wochen später geht der nächste Ausflug in die Sternwarte inklusive Vorstellung im hauseigenen Planetarium.

Der nette Herr erklärt uns ein paar Sternbilder und als er uns Sternbild „Schwan“ erklärt will er die Kinder raten lassen.

Netter Herr:“das kennt ihr bestimmt. Das ist ein großer weißer Vogel, den ihr am Himmel sehen könnt.“
ALLE KINDER IM CHOR: „der heimelige Geist!!!!“

I shit you not. Das war wirklich süß.

Ich muss wirklich sagen, ich war schwer beeindruckt, haben sie sich doch eine für mich eher nebenbei Info über Wochen gemerkt und konnten es sofort abrufen.

Sind halt meine Kinder gewesen *stolz*.

Kinder haben eben ein anderes, ein unverkrampftes Wesen und wenn sie Fragen stellen oder Beobachtungen anstellen, dann tun sie das ohne böse Gedanken oder um jemanden zu verletzen.

Wenn Lotte im Bus sitzt und laut „FUCK FUCK FUCK“ singt, kann es genau so gut ein komisch ausgesprochenes „QUACK QUACK QUACK“ sein. (War es in dem Fall auch). Es mag zwar für anwesende Fahrgäste irritierend sein aber Hey, das Kind hat Talent und wer bin ich, ihr das Singen zu verbieten. 😁

Oder wenn Lotte mir ein weiteres Stück Schokokuchen verbietet, dann nur aus Sorge, ich könne platzen und sie hat dann keine Mama mehr. Es ist nicht so als würde sie mir dieses Stück nicht gönnen.
Wer’s glaubt. 😉
„Mama hat einen drosen dickbauch. Mama platzt und Lotte hatte teine Mama mehr.“

Ihre Sorge um mein Wohlergehen ist schon süß. Auch wenn ich bis heute glaube, es ging ihr mehr um den Kuchen als um mich.

Peinlich allerdings war es das eine Mal im Supermarkt.
Also peinlich für mich.
Da rannte Lotte schreiend mit einer Großpackung Tampons auf mich zu.

„Maaaaaamaaaa, du hast vergessen Stöpsel zu kaufen“

Ich sag’s ja.. Fürsorglich das Kind.

Die, die eigentlich permanent mit einem Diktiergerät rumlaufen müsste

Roksana

P.s.
Bei einem Spaziergang mit der Vorschulgruppe.
Martin*(5): „Meine Mama hat gesagt, kleine Hunde nennt man Fußhupen“
Lana*(4): „und wie nennt man große Hunde?“
Martin*: „na große Fußhupen“

Hallo liebe Wolke hatte diese schöne Idee zur Blogparade „Kindermund tut Wahrheit kund“ . Danke dafür. Hat mir in einer schlaflosen Nacht viel Spaß gemacht.

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