Der erste Monat

So, nun haben wir also einen Monat als vierköpfige Familie hinter uns gebracht.

Zuallererst: Wir leben noch alle und fuchsen uns so durch.

Die Kurze: 

Meine Güte, das Mädel hat vielleicht einen Kohldampf. Müsste sie jetzt ein Freundebuch ausfüllen, so würde unter Hobbys neben Pupsen und strampeln noch Stillen da stehen.
Wog sie bei der Geburt 4000 g so hat sie jetzt gut einen Kilo zugenommen.

Auch wirkt sie wohl älter als sie ist. Bei der ersten U-Untersuchung Bei der Kinderärztin (10 Tage war sie da) sagten mir die Arzthelferinnen und die Ärztin, sie würde schon wirken wie ein Baby mit über einem Monat auf dem Tacho.

Noch schläft sie fast den ganzen Tag.
Wenn sie aber wach ist, scheint sie alles und jeden zu beobachten. Liegt sie bei mir oder dem Papa auf dem Bauch, hebt sie das Köpfchen und starrt uns in Grund und Boden.
Sie dreht den Kopf zu ihrer Schwester, wenn die Große ihr etwas vorsingt und die beiden kuscheln viel und häufig miteinander.

Von Geschwisterstreitereien bisher keine Spur (oh wie ich diese Zeit vermissen werde) 😁

Abends ist es im Moment etwas anstrengend. Sie hat noch oft Bauchschmerzen, genießt aber die Massagen mit Schwarzkümmelöl und das nackige Strampeln auf der Decke.

Sie hat eine sehr kräftige Stimme, ganz wie der komplette weibliche Familienanteil auf meiner Seite.

Wie alle Babys liebt sie die Nähe und schläft entweder auf mir oder direkt an meinem Körper. Sie ist eine Seitenschläferin und egal wie oft ich sie auf den Rücken drehe, kurz darauf schläft sie wieder auf der Seite.

Sie ist gerne im Tragetuch unterwegs und liegt aber mindestens genauso gern im Kinderwagen.

Alles in allem ein relativ entspanntes Baby.

Die Große:

Wow, ich bin so stolz auf sie.
Es ist eine riesengroße Umstellung, die sie hier mitmacht.
Sie war das Nesthäkchen in der Familie und auf einmal ist sie die Große.
Nicht leicht für sie, sah es auch lange so aus, dass sie ein Einzelkind bleibt. Ergo „konzentrierte“ sich die gesamte Liebe auf sie.

Wir versuchen immer wieder exklusiv nur Zeit mit ihr zu verbringen, damit sie sich nicht zurückgesetzt fühlt.
So geh ich alleine mit ihr spazieren oder einkaufen und Papa nimmt sie mit zum Sport oder geht mit ihr Fussball spielen.

Wir binden sie auch in die Pflege der kleinen mit ein.

Sie zeigt kaum Eifersucht was ihre kleine Schwester angeht. Ausser wenn der Papa die kleine auf dem Arm hat.

Sie ist so oder so im Moment eher ein Papakind.
Papa macht die Einschlafbegleitung, Papa muss sie Huckepack nehmen, Papa muss sie vom Kindergarten abholen.
Das ist okay. Ich kann damit leben.
(*heul*)

Zusätzlich zur Umstellung und dem neuen Status „große Schwester“ befindet sie sich mitten in der Autonomiephase.
Es gibt Momente, da hab ich ein Wutmonster vor mir.
Nicht gerade leicht für mich, da mich ihre Ausbrüche unglaublich stressen. Geht ihr wohl nicht anders.
Sie schreit alles heraus und verschwindet wütend im Zimmer, kommt aber ein paar Minuten später wieder und kuschelt.

Sie ist da ganz wie ich. Wenn ich wütend bin, darf mich auch niemand anfassen und ich brauche meine Ruhe.

Die bekommt Lotte auch und danach können wir  uns versöhnen

Der Papa:

Der Gatte arbeitet nach zwei Wochen Urlaub wieder.
Da er im Schichtdienst arbeitet, ist er im wöchentlichen Wechsel entweder morgens oder abends nicht da. 

In dieser Woche hat er Spätdienst und bringt die große in den Kindergarten und geht danach zum Sport.
In den Frühdienstwochen holt er die große nachmittags ab und geht abends zum Sport. Die Große kommt ab und an mit, wenn sie Lust hat.

Für ihn ist die Situation mit Säugling auch eher neu, da er die Große damals als Baby nur dreimal die Woche für jeweils zwei Stunden erlebt hat (wir waren zu dem Zeitpunkt nicht zusammen und haben diese Umgangsregelung getroffen).

Natürlich hätte ich im Moment gerne, dass er eher die Frühdienste macht, damit ich abends nicht alleine mit zwei müden Kiddies bin. Geht aber nicht, leider.

Die Muddi:

Die Muddi ist müde. Die Muddi schwabbelt noch vor sich hin und es gefällt ihr nicht.

Nach dem Wochenbett werde ich mit Sport anfangen, da ich mich so einfach nicht wohlfühle.
Von 40 Kilo zusätzlich sind schon 14 Kilo unten, den Rest wird das Tragen, Stillen und der Sport erledigen. 

Das Stillen klappt beiderseitig super. Ich hatte schon vergessen, wie das die ersten Wochen wehtut.
Meine Kollegin hat vor ein paar Tagen scherzhaft gefragt, ob mein Bauch in meine Brüste gerutscht ist und Tatsache, mit passt kein einziger BH mehr.

Die Muddi muss sich in Dinge wie zwei Kinder gleichzeitig schlafen legen erst reinfuchsen.

Schon komisch, früher habe ich bis zu 35 Kinder auf einmal zum Pennen gekriegt (geheimwaffe Benny Blu erklärt den Weltraum – Gerüchte besagen, dass noch nie jemand diese cd je zu Ende gehört hat, so langweilig ist sie eingesprochen).

Wie funktioniert das bei anderen Familien?
Respekt…. Ernsthaft… Ich komm mir vor wie ein Anfänger, so ein richtiger N00b.
Mein tiefster Respekt an alle Mehrfachmuttis, die jetzt wahrscheinlich nur müde lächeln.
Mein großer Helfer ist hier im Moment das weiße Rauschen, mein Tragetuch und viel Atmen.

Einschlafbegleitung ist anscheinend ein Endgegner.

Beispiel von Montag Abend.
Die Große seit 7 Uhr wach, kein Mittagsschlaf, nach der Kita mit zur Oma, dann ne Stunde fahren, einkaufen gehen, und dann nicht schlafen wollen um halb 8.
Die kleine bekam wie ein gequälter Wecker Punkt 18 Uhr Bauchweh und ließ sich nur im Tuch beruhigen.

Ende vom Lied… Lotte spielte bis 22 Uhr im Zimmer und Motte schunkelte mit Mama.
Erst dann war sie bereit schlafen zu gehen und schlief innerhalb weniger Minuten ein…

Am Mittwoch lief es gelassener und beide Kinder schliefen selig bereits um 21 Uhr… Wir nähern uns an.

Es ist schon eine ganz eigene Hausnummer das Leben mit zwei kleinen Kindern.

Trotz Müdigkeit und dünnen Nerven geniesse ich es, meinen Mädels beim Kuscheln zuzugucken.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Ich würde gerne eure Einschlafrituale kennen lernen.
Wie machen das die Muttis mit zwei kleinen?
Tipps sind mir mehr als willkommen.
Ehrlich, ich brauche Tipps 😀

Ernsthaft 😄

Eure

Roksana

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Ein Kommentar zu „Der erste Monat

Gib deinen ab

  1. Oh weh, ich kann mich erinnern. Als mein Zweites auf die Welt kam, war der Große zweieinviertel und der Gatte immer nachmittags bis 20.20h auf Arbeit, also ich am Abend mit zwei nöligen Möpsen alleine. Ich kann es nachvollziehen, es ist nicht lustig, wenn beide quatschig sind. Wir haben uns dann (wenn ich nicht schuckeln musste wegen Bauchweh) zu dritt ins Bett gelegt, kuscheln, im Liegen stillen, Geschichte erzählen, einpennen. Nicht selten alle Drei. Schlimm waren die Bronchitisattacken der Kleinen, sie ging vom Trinken nahtlos ins explosiv kotzende Husten über. Bett abziehen, zwei Menschen frisch anziehen…. Mehrere Nächte sitzend verbracht mit Kind halbwegs aufrecht auf mir zum Luft bekommen. Pary boy im Dauereinsatz – das hatten wir einige Jahre im Winter. Brr. Tipps: Also das zu Dritt hinlegen hat uns allen Schlaf beschert, auch am Nachmittag mal. Mir auch, ich war glaub ich recht oft ein hohläugiges Schlafmangelmonster. Weietr alles Gute. Liebe Grüße, Eva

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