Ein paar allgemeine Gedanken

#nomobbing hieß es in der Blogparade in der ich mitgemacht habe.

Mit meinen Erfahrungen bin ich nicht allein und die beschriebenen Dinge aus der Sicht der „Täterin“ zu schreiben, war komisch für mich.

Da ich nicht weiß, was zu diesem Hass gegen mich geführt hat, wollte ich auch kein Motiv „erfinden“, sondern einfach nur schreiben, was passiert ist.

Die „Täterin“ war keine Einzelperson, es war Tatsache die ganze Klasse. Aus Gründen der „künstlerischen Freiheit“ und für einen vereinfachten Lesefluss habe ich aus 24 Kindern eine einzige Person gemacht und zwei Jahre Schikane und Demütigung in wenige Absätze gepackt.

Meinem Lehrer war es wirklich egal was in der Klasse los war und meine Erzieherin verabscheute nicht nur mich, sondern Kinder generell. Sie wurde später auch die Erzieherin meiner Schwester und ist dann kurz darauf wegen ihrer Alkoholsucht aus dem Dienst getreten.
Was da los war, ich will es gar nicht wissen.

Ich wurde kurzzeitig selbst zur Täterin, einfach um mal auf der Sieger Seite zu stehen,um dazuzugehören.
Lange hielt diese Phase nicht an, meine einzige „Freundin“ sagte mir irgendwann, ich solle mich verpissen und würde ihr auf die Nerven gehen.

Die Schikanen hörten erst kurz vor den Sommerferien auf, nicht, weil es langweilig wurde, sondern weil mein „Stiefvater“ Araber war und das den Jungs in meiner Klasse einen Heidenrespekt eingeflößt hat.

Ich habe in dem anderen Beitrag erwähnt, dass ich den Text zu dieser Blogparade fünf Mal begonnen habe.
Die anderen Texte bis auf den ersten den ich versehentlich gelöscht habe, sind hier noch als Entwürfe gespeichert.

Es tat richtig gut, sich mal die ganze Scheiße von der Seele zu schreiben.

Tatsächlich sind meine Grundschulerfahrungen nicht meine einzigen Dates mit der hässlichen Fratze der Hinterhältigkeit gewesen.

Nach meiner Ausbildung bemühte sich in meiner ersten Kita eine Mutter aufs schärfste mir das Leben zur Hölle zu machen. Das ging etwa ein Jahr und endete mit der fristlosen Kündigung ihrer Betreuungsplätze für ihre Söhne.
Die Kitaleitung hatte die Schnauze gestrichen voll.

In dieser Zeit übergab ich mich jeden Morgen vor der Arbeit und bekam chronisches Sodbrennen und Migräne.
Irgendwann brach ich zusammen und ließ meinen Vertrag auslaufen.

Auch so genannte Freunde gab es genug.
Ausserdem Hassmails. Fake-Profile. Rassistische Beleidigungen. Terror Anrufe.
Mal, weil ich meine Meinung offen vertreten habe und mal, weil die Person frustriert war und jemanden gebraucht hat um sich abzureagieren.
Gern geschehen.

Ich hab ne Menge durch und keine Lust mehr, leise zu sein.

Letztes Jahr habe ich das erste mal offen darüber gesprochen.
Der Auslöser war ein Beitrag in dem sich über eine übergewichtige Frau in Leggings lustig gemacht wurde.

Dieses Bild wurde heimlich aufgenommen und ohne das Wissen der Frau verbreitet.

Da ist mir der Kragen bei soviel Fatshaming und Lookismus geplatzt.

Erwachsene Menschen, die eigentlich über so etwas wie Selbstreflexion und ein Mindestmaß an Höflichkeit besitzen sollten, lachen auf niederträchtigste Art und Weise über einen anderen Menschen.

Was wäre, wenn dieser Mensch mitlesen würde?

Ich stand mal auf der einen Seite einer Tür und habe gehört wie auf der anderen Seite über mich gelästert wurde.

Es war als würde ich eine Klippe herunter fallen.
Mein ganzer Körper hat gezittert.

Ich war so wütend, ich habe einen ellenlangen Beitrag geschrieben und sehr viel Zuspruch erhalten.

Mein Beitrag wurde ohne meine Zustimmung von einer „Online Zeitung“ geteilt.

Und nun kommt ich mal zum Punkt.

Nehmen wir an, die Person in den Leggings wäre euer Kind.

Ihr bekommt mit, wie irgendjemand über euer Kind herzieht.

Es als fett bezeichnet. Als eklig. Ihm quasi abspricht, ein liebenswerter Mensch zu sein.

Ihr wisst, wie zart und toll euer Kind ist. Was es gerne isst und welche Bücher es gerne liest. 

Es hat bei euch geschlafen als es Angst hatte und euch Bilder gemalt.
Euch geküsst und umarmt.

Und da kommt jemand und trampelt auf diesem liebenswerten Menschen herum.
Lasst ihr das zu?

Jeder Mensch, über den so gelästert wird, jeder Mensch der so gedemütigt wird, dem man abspricht, ein toller Mensch zu sein, dieser Mensch hat eine Mutter, einen Vater, die mit leiden. Die hilflos mit ansehen müssen wie ihr Kind zerstört wird.

Es könnte euer Kind sein.
Es könnte meins sein.

Ich will das nicht für meine Töchter.
Ich will nicht, dass sie so leiden müssen wie ich gelitten habe.
Sie sollen sich frei und ohne Angst bewegen dürfen. Sie sollen so sein, wie sie sind und sich nicht verstellen müssen.

Ich denke, jeder will seine Kinder frei von Angst sehen.

Wie man das schafft, ist kein Geheimnis.

Hat zwar Augenringe aber ist optimistisch

Roksana

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