#eineschönesache kw14 Familienbesuch

Die Woche startete nicht so toll. Den Montag konnte man in die Tonne kloppen aber mit Anlauf. Ich wachte mit Kopfschmerzen auf, komplett übermüdet und fertig. 

Der Gatte ging frühs zum Arzt und ich blieb mit den Kindern zu Hause. Lotte hatte schlechte Laune und wollte nichts frühstücken, sondern brüllte bei jeder Gelegenheit los. Sie war total durch den Wind und meine Laune sank noch weiter in den Keller. Ich motzte, sie motzte, Baby Motte motzte. 

Als der Gatte zurück kam, war ich ganz froh, mich kurz rausziehen zu können um beim Kinderarzt die Gesundschreibung abzuholen und so ein wenig Ruhe zu haben. Wären da meine Schmerzen nicht gewesen, hätte ich ein wenig Luft holen können. Mein Kopf wummerte bis in den Kiefer hinein. Irgendwann wurde mir klar, dass der Schmerz nicht vom Kopf kommt, sondern vom Weisheitszahn, der mir bis zu diesem Punkt nie Probleme gemacht hat. Eigentlich habe ich erst Ende des Monats einen Termin beim Doc um den kaputten Backenzahn sanieren zu lassen aber irgendwie schien sich der Weisheitszahn unbeachtet gefühlt zu haben.

Ich rier also in der Praxis an und bekam direkt einen Termin am Dienstag.

Nur musste ich irgendwie mit den Schmerzen bis zum nächsten Tag durchhalten. Da ich dank meiner Migräne früher Tabletten mit Codein wie Tic Tacs geschluckt habe, versuchte ich so lange wie es nur ging ohne Schmerzmittel auszuhalten. Es ging aber nicht, die Schmerzen waren gemein und ich litt und lief Gefahr, meine schlechte Laune an den Kindern auszulassen. Ich schluckte also eine Paracetamol, die nicht einmal Placeboeffektmäßig wirkte.

Da der Gatte Spätdienst hatte, blieb ich den restlichen Tag mit zwei übellaunigen Kindern und einem schmerzhaften Schädel zu Hause zurück. Einkaufen stand auch noch auf der zu-erledigen-Liste und zum späten Nachmittag raffte ich mich auf, mit beiden Kindern erst zur Bank zu gehen (ich vertraue nicht auf Online Banking) und danach die nötigen Lebensmittel zu kaufen. Es war die Hölle. Lotte lief mir in der Bank weg, als ich gerade eine Überweisung fertig machte und Motte brüllte vor Langeweile im Tuch.

Ich war verdammt wütend aber die Bankmitarbeiterinnen schafften es, mich zu beruhigen und schenkten Lotte einen Ballon und Spielgeld. Ich war vor Rührung den Tränen nahe. Danke an die Frauen dort. Es sind auch mal die Taten von Mitmenschen, die einfach schön sind. 

Im Supermarkt suchten wir uns zusammen unser Abendbrot aus und Lotte fragte nach einem Ü-Ei. Wir haben den Deal, dass sich Lotte eine Kleinigkeit aussuchen darf und ich sie machen lasse. Wenn der Supermarkt nicht so voll ist, bezahlt sie „ihren“ Einkauf auch alleine. So kaufen wir in 95% der Fälle ohne Tobsuchtsanfall ein und sie ist stolz, dass sie bezahlen kann.

Wegen dem Ü-Ei wurden wir dann in der Drogerie für Diebe gehalten. Motte schrie sich wieder in Rage, Lotte weinte und ich suchte den Kassenzettel um zu beweisen, dass wir eben dieses Ei vor nicht einmal fünf Minuten gekauft haben. Normalerweise nehme ich gar keinen mit aber diesmal war ich froh, dass ich ihn hatte.

Mit Kopfschmerzen und schreienden Kindern. Lief. Montag du Arschloch.

Aber wir haben „unser“ Eichhörnchen wiedergesehen. Zumindest ein kleiner Trost.

Dienstag ging es zum Arzt und einen weiteren Punkt der Angst abstreichen. Wie befürchtet machte mir der Weisheitszahn Ärger. Wer den Bericht gelesen hat, weiß, dass ich unter Zahnarztphobie leide. Man kann sich also vorstellen, ich war nicht gerade ein Quell der Freude, als mir der Arzt sagte, dass er raus muss. Am besten sofort. Ich weinte mal wieder aber bevor ich hier rum schreibe wie easy es letztendlich war, zeig ich einfach den Screenshot der Whatsapp Konversation zwischen meinem Kerl und mir. Ich habe die Nachricht nach den Betäubungsspritzen geschrieben. 7 Minuten. Sieben Minuten und der Zahn war raus. Ich sah aus wie Rocky und muss wohl  bescheuert ausgesehen haben als ich dem Arzt gedankt und ihn mit hängender Lippe angelächelt habe.

Ich finde meinen Zahnarzt toll, er ist empathisch und bemüht, mir ein gutes Gefühl zu geben und nimmt meine Angst ernst. Die Zahnarzthelferinnen sind wahre Engel. Kein Vergleich zu dem Arzt, der mich fertig gemacht hat und dank dem sich meine Angst manifestiert hat.
Der Rest der Woche war ziemlich ruhig. Mittwoch stand wieder Sport auf dem Programm und Lotte konnte sich auspowern. Sie hat unglaublichen Spaß dort und fragt fast jeden Tag, wann es wieder zur Sportschule geht.

Am Freitag war ich sauer. Ich schrieb einen Beitrag über die Hebammensituation, der unglaublich oft gelesen und geteilt wurde. Hier ein Dank an Andrea vom Motherbirthblog, die als erste den Beitrag teilte und damit alles ins Rollen brachte. Ich bin immer noch geflasht. Auch ein Danke an Anja und Christian vom Blog von guten Eltern, an Motherhood e.V. und an Carola Hauck von Die sichere Geburt .

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Dann kamen auch schon die Feiertage. Während wir letztes Jahr Ostern bei den Großeltern in Sachsen Anhalt verbracht haben, war dieses Jahr meine Mama am Zug. Meine Cousine kam mit ihrem Verlobten und meine Tante war auch da. Ich sehe meine Familie aus Polen leider viel zu selten und merke jedes mal wie sehr meine Muttersprache einrostet, da ich tatsächlich nur Deutsch spreche.

Mein Mann kam das erste Mal in Berührung mit polnischen Ess- und Trinkgewohnheiten (viel Fleisch -leider- viel Wein, viel Wodka) und wir haben beschlossen, mein Polnisch wieder auf Vordermann zu bringen während er es lernt. Denn nächsten August heiraten meine Cousine und ihr Verlobter. Es wird eine typisch polnische Hochzeit mit viel Wodka, viel Essen (für mich, meine Schwester und eine weitere Cousine sogar Tierfrei) und viel Spaß. Ich freue mich jetzt schon darauf. Die letzte Hochzeit ist ewig her und da ich nicht heiraten werde, freue ich mich umso mehr auf diese)

Meine Tante lernte Motti kennen und Motte war so aufgeregt, dass sie keinen Mittagsschlaf machen wollte. Sie war abwechselnd bei meiner Tante, meinem zukünftigen Cousinenschwager (oder wie auch immer der Verwandtschaftsgrad heisst) oder meiner Mutter. Abends fielen beide Kinder ins Bett.

Das war sie.. Eine Woche die mit Streit und Schmerzen anfing und im Guten endete. 

Ich schreibe ja diese Wochenrückblicke um mich selbst vom Pessimismus zu befreien. Ich denke oft genug an die beschissenen Situationen und hoffe am Ende des Jahres durch die Beiträge zu scrollen und zu sehen „Ey, das Leben ist schön“.

Kommt gut in die Woche. Wir erwarten morgen noch Oma und Opa 🙂

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