6 Monate Babymädchen

Genau heute um 3:15 Uhr vor genau 188 Tagen ploppte ein nicht ganz so winziges (56 cm), nicht ganz so leichtes (4000 Gramm), dunkelhaariges und verdammt lautes Baby aus mir heraus und eroberte jedes anwesende Herz im Sturm. Aus Knautschi McKnautschface oder Määähchen wie wir sie anfangs nannten, ist Quitschie, ein inzwischen  propperes (9100 Gramm) und großes (71 cm) Baby geworden, mit allem was dazugehört.

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wenige Stunden alt.


Das hier ist also ein komplett Muttihormongesteuerter Post, in dem ich einfach ein bisschen schreiben werde, was Motte oder eben die rechte Hand des Imperators so getrieben hat.


Der Mensch muss schlafen…


Am Anfang war das Schlafen und Mutti sah das es gut war. Von Anfang an war ich mit einem Baby gesegnet, welches viel und gerne geschlafen hat. Die ersten Wochen wurde sie nachts gegen 3 Uhr wach, dann gab es eine neue Windel und eine Runde stillen und bäm, war wieder Ruhe. Meine (unsere) Nächte fingen um 23 Uhr an und endeten um 5 Uhr morgens. Dazwischen eben einmal das Stillen, Schlafstillen nicht mitgezählt, da ich es eh nicht mitgekriegt habe.

Heute hat sich die Zu-Bett-geh-Zeit zu 18:30 (plus minus eine halbe Stunde) eingependelt, das nächtliche Stillen passiert ungefähr zweimal und die Nacht endet um halb sechs/sechs Uhr morgens. Alles in allem relativ gechillt. Natürlich gibt es noch die Nächte, in denen es schwer ist, wenn Motti erkältet ist beispielsweise oder Lotte vom Nachtschreck heimgesucht wird. Dann sehe ich morgens aus wie ein schimmliger Sack Kartoffeln und fühle mich auch so. Ansonsten ist es ruhig.


Wenn also die obligatorischen Fragen kommen „na schläft sie denn schon durch?“.. Kann ich ruhig darauf antworten „Jo.“


Als die Zeit des Gebärmutterheimwehs kam, war es nur abends sehr unruhig und schlimm. Das hielt sich ca zwei Wochen und war dann vorbei. Wie gesagt, ein sehr entspanntes Kind. Möge es so bleiben.


Die „Enthronung“ der Erstgeborenen

Ich hatte anfangs richtig Bammel vor der ersten Zeit. Ich dachte an Eifersucht, an „das Baby muss weg“, an frankierte Kartons mit Babyinhalt, an dessen Aussenseite mit krakeliger Handschrift „nach Timbuktu“ drauf geschrieben wurde.
Die Geburt von Motte ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als Lotte mitten drin in der Autonomiephase steckte, wie also würde sie darauf reagieren, dass da auf einmal was kleines ist, was Mutti komplett beschlagnahmt?

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und so schlafen beide fast jede Nacht nebeneinander


Sie reagierte mit Liebe. Kaum, dass sie ihr Schwesterchen sah, war sie komplett hin und weg von ihr. Sie will neben ihr schlafen, sie holt Windeln und Feuchttücher, sie hilft beim Baden. Sie sitzt mit ihrer Schwester auf der Couch und singt ihr vor.
Es war schwer für sie, dass ich erst einmal vereinnahmt wurde aber sie reagierte nicht eifersüchtig. Sie brauchte ihren Papa und er war da, fing sie auf und nun haben die zwei eine engere Bindung als je zuvor.


Damit sie auch bei mir nicht zu kurz kommt, versuchen wir so häufig wie möglich nur Mama+Lotte und Papa+Motte Zeiten einzubauen. Dann gehen Lotte und ich Eis essen oder spazieren oder ich bringe sie alleine in den Kindergarten (wir sind eine Dreiviertelstunde dahin unterwegs). Wir haben die Schlafenszeit dahingehend verändert, dass Motte vor ihr ins Bett gebracht wird, so dass wir miteinander noch etwas Zeit haben bevor auch sie ins Bett geht.


Ich weiß nicht, ob da noch der große Knall kommt und wir ihn auffangen müssen, bisher hat Lotte mit der Situation und Neuorientierung uns alle überrascht.
Hier herrscht Geschwisterplüsch und ich hoffe, dass es noch ganz lange so bleibt.


Routine, Routine, Routine


Trotz der Tatsache, dass ich ein vergesslicher Chaot bin, brauche ich eine gewisse Tagesroutine. Die musste hier mit Frischlingsbaby natürlich erst wieder gefunden werden. Nach anfänglichen Wochen der „aaaaaaaaaaaah wie zum Teufel soll ich morgens zwei Kinder fertig machen und das große Kind pünktlich in den Kiga bringen“ sind wir jetzt ein eingespieltes Team.  Wir schaffen es jeden Morgen pünktlich aus dem Haus, was mitunter daran liegt, dass beide Kinder spätestens um sechs Uhr morgens hellwach sind und wir so zwei Stunden haben um zu stillen, zu frühstücken und allen Brimborium hinter uns zu bringen.

Ich stehe meistens um halb sechs auf, um die halbe Stunde Ruhe zu geniessen. An manchen Tagen haben wir (Lotte und ich) auch mal keine Lust und bleiben zu Hause. So lange ich in Elternzeit bin, gönn ich Lotte und mir dahingehend den Luxus, einfach mal in den Tag zu leben. Die Zeit des „wir müssen jetzt aber“ kommt noch früh genug.
Ich finde es interessant wie sehr man entschleunigt, wenn ein Baby das Tempo vor gibt. das war mit Lotte damals genauso.

Die Wohnung babysicher machen

Motte hat es eilig, so habe ich zumindest das Gefühl. Ich glaube, sie kann sich noch nicht so recht entscheiden, ob sie lieber durch die Bude robbt oder rollt. Zumindest bleibt sie nicht lange an einem Fleck und die ersten blauen Flecken an der Stirn haben wir hier auch schon durch.

Ich komm da echt nicht drüber hinweg, dass bei der U4 von einem faulen Baby die Rede war, so wie sie jetzt rumeiert und ihrer Schwester nacheifern will. Der Ehrgeiz an etwas zu kommen wie Smartphone, Autos oder Kabel (das Kind war bestimmt früher ein Hamster) bringen sie dazu, sich entweder wie Rambo fortzubewegen oder wie ein kleiner Kloß durch die Gegend zu kullern.

Das heisst für mich, dass ich mir die Tage mal die Zeit nehmen muss und alles entsorge bzw wegpacke, wo Motti nicht ran soll, damit ihr erstes Wort nicht „NEIN“ und ihr erster Satz „Scheiße, was macht sie da mit der Küchenmaschine“ ist.

Ich werde für sie daher einen Platz im Regal schaffen, wo sie alles ausräumen, befummeln und besabbern kann und hoffe dann einfach, dass es so okay ist. Ja, ich weiß selbst wie naiv das klingt.

Stillen

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Oh wie sehr ich vergessen habe, dass das Stillen am Anfang unglaublich wehtut. Lotte hat sich aus Milchmangel quasi über Nacht in der Frühschwangerschaft abgestillt und als im Oktober der kleine Milchvampir ankam, hatte ich die ersten zwei Wochen mit wunden und schmerzenden Brustwarzen zu tun.

Ich hatte (oder besser gesagt Motte) keine Probleme ausser eben die schmerzenden Nippel. Motti ist jetzt mit ihren 188 Tagen ein wahrer Profi in dem Gebiet und tastet sich nur langsam an andere Nahrung ran. Sie lutscht gerne mal an Gurke oder Brot aber es sieht bisher nicht so aus, dass sie Mahlzeiten ersetzt. So ist ihre Hauptnahrungsquelle immer noch die Brust.

Da Abpumpen dieses Mal überhaupt nicht funktioniert und Motte auch die Flasche von Anfang an verweigert hat (ist mir ganz recht) bin ich so in meinem Radius etwas eingeschränkter, wenn ich mal alleine einkaufen gehen möchte.

Mütterblues

Ohja, als sie dann da war, gab es eine Zeit, in der ich echt nur am Weinen war. Ich fand mich unnütz und schlecht. Ich hatte auch Angst, diesmal eine Wochenbettdepression zu entwickeln, da ich durch die Depression „gefährdet“ bin, musste dann wieder zulassen, dass sich andere um Haushalt und Lotte kümmern, damit ich durch diesen Hormoncocktail irgendwie sicher und heile rauskomme.

An solchen Tagen helfen mir der Mann oder meine Mutter und übernehmen die Kinder oder den Haushalt, damit ich wieder zu Kräften komme.

Baby du bist der Wahnsinn

Alles in allem habe ich hier einen winzigen Sonnenschein zusätzlich zum großen Sonnenschein. Egal, wie anstrengend der Tag auch war, meistens sitzen der Gatte und ich abends zusammen und führen Gespräche wie solche

Er: „Wir haben schon zwei tolle Kinder.“

Ich:“Jupp.“

 

Es ist, als wäre Motte schon immer da gewesen.

Edit: Soll ich euch mal was sagen? Es gab auch bei uns die Enthronung… Wow, ich hab’s komplett vergessen.. Hier nachzulesen… 
es liegt nicht an dir
Krass, wie lange das auch schon wieder her ist

 

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