Irgendwie nichts.. Und trotzdem ein Rückblick

Still ist es zur Zeit hier. Es ist schon komisch, Themen habe ich genug aber kein Elan gerade. Mir fehlt die Kraft zur Zeit und auch jetzt sitze ich hier auf der Couch und tippe eher lustlos auf dem Handy rum.

Dabei passiert hier im Leben so viel. Motti krabbelt und zieht sich überall hoch, was dazu führt, dass sie lauter blaue Flecken an der Stirn hat. Ich sterbe jedes Mal tausend Tode, wenn ich sie nicht abfangen kann. Trotzdem lasse ich sie krabbeln und schaue mir, dass keine gefährlichen Gegenstände in Griffelweite sind. Würde ja eh nichts bringen ausser riesen Frust, wenn ich permanent hinter ihr her dackel und alles von ihr fernhalte. Vor ein paar Tagen hat sie das erste Mal mit richtig viel Appetit drei Kartoffel zer- und verdrückt. Das meiste ist Tatsache in ihrem Mund gelandet. Davor probierte sie immer mal wieder, spuckte aber mehr aus als das sie was aß. Muttermilch ist dennoch ihre Hauptmahlzeit und es sieht nicht so aus als wenn sich daran großartig was in nächster Zeit ändert. Aus ihrem Brabbeln wird jetzt immer häufiger ma-ma und pa-pa auch wenn sie noch niemanden damit meint, sondern einfach nur trainiert. Die Nächte sind durchwachsen. Ich ziehe immer noch regelmäßig mit ihr aus dem Familienbett ins Kinderzimmer damit der Gatte und Lotte Ruhe haben. Dadurch das sie mit der Flasche nie richtig was anfangen konnte, haben wir ihr jetzt einen Trinklernbecher von NUK gekauft, der gerne genommen wird. Das Prinzip hat sie aber auch noch nicht ganz raus. In dem Becher ist entweder Leistungswasser oder Kokoswasser.  Sie ist jetzt 7 Monate und 19 Tage oder 33 Wochen alt.

Lotte hat jetzt ihren gelben Gürtel und ist mächtig stolz darauf. Letzte (oder vorletzte?) Woche hat sie mit einem Faustschlag ein Brett durchgeschlagen. Sie hat einen unglaublichen Bewegungsdrang, weswegen wir jetzt komplett auf den Buggy verzichten und sie laufen oder mit dem Laufrad fahren lassen. Ich Frage mich woher sie diese Energie nimmt, denn sie verweigert so gut wie alles an Essen. Brot mit Butter, Nudelsuppe (also nur Nudeln in Brühe, ohne Gemüse), eingelegte Gurken und Fake-Schnitzel, das geht noch. Ab und an mal einen Apfel. Ich mach mir mal wieder einen Kopf deswegen. Aber mehr als anbieten kann ich nicht machen.

Ich habe das Gefühl, irgendetwas braut sich zusammen. Ich kann es noch nicht greifen, ich denke zwar viel über das (bzw alles) Mögliche nach aber ich habe kaum Zeit um mich damit richtig zu befassen, wie auch. Ist bisher nur ein diffuses Gefühl. Vielleicht falle ich wieder in mein alljährliches ein-Jahr-älter Tief, vielleicht ist es auch die Tatsache, dass ich seit Monaten kaum eine Minute für mich hatte. Mein Leben dreht sich um Haushalt, Baby, Kleinkind. Da kommt auch die Beziehung zu kurz. Manchmal habe ich das Gefühl, wir leben nur als die Erfüllungsgehilfen für die Bedürfnisse der Kinder und weniger als Paar. Bäm und da ist es wieder. Das schlechte Gewissen. Als Mutter müsste man doch permanent glücklich sein. Ja, Arschlecken ist. Es gibt Tage, da komme ich nicht zum Duschen, geschweige denn zum Haare waschen. Ich muss für die Kinder da sein, richtig da sein, nicht nur körperlich anwesend. Das schlaucht. Meine Hobbys (zur Zeit eben dieser Blog) oder andere wichtige Dinge fallen da hinten runter. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher ich die Kraft nehmen soll. Ich „sitz“ doch „nur“ zu Hause rum. Der Sommer tut sein übriges und er hat noch nicht einmal richtig angefangen. Mein Kreislauf spinnt herum, mal hab ich Hunger, mal überhaupt nicht. Mir ist oft schwindelig. Zeit zum Sport habe ich im Moment nicht, den Nerv auf andere Menschen ebenso wenig. Ich zwinge mich für Motti zur Krabbelgruppe, weil sie da unglaublich viel Spaß hat, fühle mich selbst aber deplaziert. Ich versuche in Gespräche einzusteigen oder welche zu beginnen aber ich komme da einfach nicht ran. Smalltalk ist nicht meins. So schaue ich meinem kleinen Kind beim Entdecken zu und bin still. Bald fängt auch für sie die Eingewöhnung an und ich bin gespannt wie es läuft. Wenn ich Lotte in die Kita bringe, krabbelt Motte zwischen den anderen Kindern herum wie ein alter Hase. Da sie zu meinen Kolleginnen kommt, habe ich ein gutes Gefühl dahingehend. Lotte ist dann ab August im Kindergarten und dann schon eine „Große“. Ich habe sie doch erst gestern zum ersten Mal gestillt und gehalten. Und jetzt rennt sie herum, plappert, entdeckt und ist so selbstständig. Vielleicht ist es auch das Gefühl der Veränderung. Bald ist die Elternzeit vorbei und ich arbeite wieder. Wahrscheinlich erst einmal für 20 Stunden. Wird sich aber noch zeigen.

Sry für soviel mimimi…. Genießt das schöne Wetter. Ich versuche es auch.

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7 Kommentare zu „Irgendwie nichts.. Und trotzdem ein Rückblick

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  1. Das ist kein „mimimi“, das sind Gefühle. Ganz normale Gefühle, die jeder von uns mal hat und ich möchte behaupten, umso sensibler man ist, umso mehr gibt es diese Gefühle. Weil je sensibler, umso wichtiger sind die Ruhepausen zum Kraft tanken.

    Na und Kinder und Pausen und Ruhe, das ist halt erstmal ein Widerspruch.

    Aber ich finde, es wird viel besser, wenn die Kinder größer werden. Meine sind jetzt 6 und 4 und es ist fast schon entspannt. Kann sich natürlich ändern, wenn die Große jetzt in die Schule kommt – aber soviel wird sich wohl nicht mehr daran ändern, dass man sie jetzt auch mal eine Weile aus dem Augen lassen kann, weil sie sich eben nicht mehr irgendwo runterziehen und fallen bzw. wenn sie fallen, dann wissen sie, wie sie das tun können, ohne sich weh zu tun. Das ist so viel entspannter! Also: wird besser. Wirklich.

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  2. Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass es ganz vielen Müttern da draußen genauso geht – inklusive mir. Ich sitze auch nur zu Hause rum und hasse das Gefühl, den ganzen Tag nichts auf die Reihe zu kriegen. Ich höre mich nur ständig „Nein“ rufen, wenn das Baby im Katzenklo spielen will und sich dabei ein bisschen Streu genehmigt.
    Mein erstes Jahr Elternzeit ist ebenfalls bald rum, Anfang August wird die Maus ein Jahr alt. Tja, und am liebsten würde ich wieder arbeiten gehen. Tue ich aber nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen hätte auf andere Kinder aufzupassen, aber mein eigenes abzugeben.
    Zu gerne würde ich mal wieder unter Menschen, andererseits stressen mich selbige meist schnell. Ich gehe übrigens auch nur zum PEKiP, weil das Kind das so mag. Für mich ist das Stress pur, weil der Weg dorthin lang ist und sie weder in den Buggy noch in die Trage will. Die Nächte sind hier nach wie vor anstrengend, manchmal ist sie stundenlang wach und wenn wir sie zu uns ins Bett holen, tobt sie dort rum kneift mich und zieht mir an den Haaren. Ich geb’s zu, da krieg ich manchmal echt Hassgefühle, für die ich mich natürlich sofort schäme. Morgens fühle ich wie ein Zombie und seh schwierig einer aus. Und am schlimmsten ist die Gewissheit, dass es am nächsten morgen auch so sein wird. Ein Teufelskreis.

    Ich könnte noch ewig weiterschreiben. Ne ganze Menge Jammerei…und ich habe nur EIN Kind. Fühl dich gedrückt!

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      1. Puh, da muss ich etwas ausholen.
        Doch, sie könnte in die angeschlossene Krippe gehen. Aber ich habe vor der Geburt zwei Jahre Elternzeit angemeldet und für mich wurde vertretungsweise wie andere Erzieherin angestellt für diese Zeit. Ich will nicht, dass die gehen muss von heute auf morgen, weil ich mich plötzlich umentscheide.
        Das ist aber natürlich nicht der wichtigste Grund. Wir leben im tiefsten Oberbayern, kommen aber aus NRW und wollen auch dahin zurück, weil unsere ganze Familie dort lebt und die Omas und Opas ihre Enkelin kaum sehen. Das heißt, ich war davon ausgegangen in diese Einrichtung nicht zurück zu müssen und noch vor Lottis Geburtstag (ja, Kind heißt Carlotta, gennant Lotti :-)) zurück in NRW zu sein. Dann hätte ich noch ein Jahr Zeit eine Stelle für mich und einen Betreuungsplatz für das Kind zu finden, idealerweise natürlich in der gleichen Kita. In NRW werden Zweijährige in die Regelgruppen aufgenommen, so dass sie gar nicht vorher in die Krippe müsste. So hätte ich zwei Eingewöhnungen innerhalb von einem Jahr vermieden.
        So, nur leider hat mein Mann bis jetzt noch keine Stelle gefunden, so dass ich weiter abwarten muss. Doofe Situation, man hängt ziemlich in der Luft. Ich hätte aber wie gesagt auch nie gedacht, dass ich die Arbeit so vermissen würde während der Elternzeit. Bevor ich jeden Tag zu Hause saß und zwischen Langeweile und Überfoderung schwankte war für mich ganz klar, dass ich mein Kind erst mit zwei Jahren fremdbetreuen lasse…

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