Forschen, Familienbett, Geburtstag und mal ne Stunde für sich

Ich hatte Geburtstag und es gab lecker Torte. Zweimal. Weil ich ja schon groß bin. Meine Schwester fragte mich circa ne Woche vorher, was ich denn gerne für eine Torte hätte, denn sie kann backen (und das mit 17, in dem Alter konnte ich Reis anbrennen lassen und Wasser übersalzen). 

Hatte leider keine 25 als Kerze, also bin ich dreieinvader geworden.

Ich so: ich will eine Vaiana Torte mit Limonengeschmack. Aber ich backe die selbst. Zwei Tage vorher verwarf ich zugunsten meiner Familie und meinen eher- so -mäh Backkünsten diese Idee und teilte mit, es gibt Backmischungsschokokuchen. Keine Experimente diesmal. Meine Familie litt nämlich bis dato jedes Jahr unter meinen veganen Rohkost Desastern, hielt aber tapfer ein Höflichkeitsstück durch. Um dieses Mal einfach nur in glückliche Gesichter sehen zu dürfen, begab ich mich in idiotensichere Gefilde und jo, der Kuchen schmeckte. Die Einhornesspapieraufleger taten ihr übriges. Geburtstag gerettet. Kein hervorgewürgtes „wie interessant“ und „schade, dass ich dieses Jahr noch was essen möchte, sonst hätte ich gerne noch was von diesem Ding… Eh der Torte“  sondern wahre Freude und Erleichterung.

Vom Gatten gab es Blumen und einen Gutschein, den ich inzwischen in ein neues Ladekabel und zwei Bücher investiert habe. Ladekabel sind hier so Verbrauchsmaterial und da ich mal wieder bei der Smartphone Wahl letztes Jahr zu einem LG gegriffen habe (weil Jason Statham dafür Werbung gemacht hat) brauche ich ein eigenes, weil das G5 ne andere Ladebuchse hat und mit den ganzen Samsungsen nicht kompatibel ist. Naja egal, zurück zu den Blumen. Ich mag Blumen nicht besonders. Also ich fotografiere sie gerne aber so Pflanzen generell in der Wohnung, das ist wie ein Eisblock in der Hölle, dem Untergang geweiht. Ich glaube, hier steht noch ein Kaktus aber der gehört dem Mann und ist sein Problem. Nun ging der Gatte morgens zum Floristen und kam mit Blümchen für die Frau (mich) zurück. 

Ich bedankte mich artig und freute mich sogar, der Strauß ist nämlich ganz hübsch. Allerdings fragte ich auch direkt, ob er beim Blumenhändler extra gefragt hat, was man einer für Blumen schenken kann, die eben keine Blumen mag. Hat er. Der Mann kennt mich. Jetzt stehen die Blümchen hier zusammen mit zwei weiteren Sträußen in Biergläsern (wir besitzen keine Vasen) und sollen sich rot färben. Tun sie aber nicht. Also die pinken bleiben pink (hab ich auch nicht anders erwartet) aber die weißen bleiben weiß (hab ich irgendwie anders erwartet). Ich hab nämlich gestern mit roter Lebensmittel Farbe gefärbtes Wasser nachgefüllt aber da tut sich nichts. Määh. 

Am Samstag gab es dann noch ein kleines Familienfest auf dem Tatsache eine grüne Torte aufgetischt wurde. Das Herz von Tefiti. Meine Schwester hat nochmal gebacken. Alter, war die lecker. Ich sachs euch. Eigentlich hatte ich vor, einen Verarsch-Rezepte Beitrag zu schreiben, so etwas ala Guacamole-Aoli-Torte aber ich bin gerade zu unkreativ dafür.

An meinem Geburtstag ging Berlin unter. Alligatoren in den Straßen und Frauen die in Gullis fielen, bzw eine Frau in einem Gulli. In Berlin das Highlight schlechthin, also der Regen, nicht die Gulliaktion. Irgendwann hab ich mich dann zusammen mit Motti erkältet und jetzt schniefen und husten wir hier herum. Gestern (Montag) bin ich dann zur Apotheke um mir Nasenspray zu besorgen. Dieses Mehrsalzgedöns hilft mir nämlich nur dabei, mit einem angenehm duftenden Riechkolben zu verrecken, ich brauche Stoff der auch wirklich hilft. Denn ich muss halbwegs funktionieren, wenn der Gatte Spätschicht hat und vier mal die Woche wegen Wettkampfvorbereitungen zum Bjj geht. Das der Mann hier überhaupt noch Miete zahlt wo er doch kaum da ist. Ende Juli will er länger als 5 Minuten durchhalten und ist ambitioniert am Trainieren. Von dem ganzen Proteinpulver das hier rumfliegt bekomme ich bestimmt noch eine Staublunge und ich entwickle ob seiner Mandel-im-Mörser Aktionen nervöse Zuckungen.

Achso ja. Das Nasenspray. Ich also in die Apotheke, grüße und verlange mit meiner sehr angenehmen tiefen Stimme (der einzige Vorteil an Erkältungen) nach Erleichterung. Die Apothekerin tat wie geheißen und kaum liegt das Wunderzeug bereit zum Bezahlen vor mir, hält sie inne und sagt, sie hätte da etwas besser verträgliches für mich. Ich gleich abgewiegelt, das Zeug würde dicke reichen. Sie war aber sehr besorgt, denn ich bin ja in guter Hoffnung.. Ich frage sie, was? Sie darauf, na sie sind doch schwanger. 

Da wusste sie mehr als ich und ich wusste just in dem Augenblick, dass zwei Torten in drei Tagen doch vielleicht etwas zu viel des guten waren. (Eines der bestellten Bücher ist übrigens Fettlogik überwinden).

Ach was haben wir gelacht. Ich, weil ich nicht heulen wollte und sie, weil Lachen immer noch besser als peinlich berührt sein ist. Aber ich durfte mein Nasenspray kaufen und kann wieder atmen.

Meinen Atem brauche ich auch, denn Motti zieht sich überall hoch und das verschlägt mir häufig genug den selbigen. Mein Kopfkino spielt hier übel mit mir, ich sehe sie vor meinem geistigen Auge permanent fallen und mit Blaulicht in die Klinik donnern. Sie ist doch noch so klein und die Birne ist doch noch so weich. Zähne hat sie Gottseidank noch keine, denn sonst würde ich sie in Luftpolsterfolie wickeln und bis zum 18ten regelmäßig in ihrer Ecke abstauben. Sie beisst nämlich beim hochziehen in die harten Kanten diverser Möbelstücke. Wie auch Ende 2014 fällt mir auch jetzt wieder auf, dass Möbelhersteller anscheinend nie eigene Kinder hatten oder Kinder einfach verabscheuen. In den 90gern hatten wir doch mit aufblasbaren Möbeln die Lösung gefunden aber das gefiel anscheinend der Pflaster und Verbandsindustrie nicht. So sind Kinder den harten Kanten schutzlos ausgeliefert.

Diese Bude ist eine Todesfalle. Überall wo ich hin sehe, Speere, Lavagruben, Dinge die man verschlucken kann und alte Hexen die blutrote Äpfel verschenken. Dieser Stress. Das ich überhaupt noch Haare habe, ist ein Wunder. Man könnte morgens meinen, mein Mann kuschelt mit einer Fremden, dabei ist das nur mein Kissen, dekoriert mit den gefallenen und lang nicht gefärbten Haaren meines Hauptes. Man sieht mir an, dass ich naturblond bin und das passt mir nicht. Dieses Stillen hat echt nicht nur Vorteile. Zu der Glatzenbildung kommt eben hinzu, dass ich seit 8 Monaten und 3 Tagen quasi nur noch in Symbiose mit einem kleinen Sabberkeks lebe. Die Mengen, die der kleine Knirps an fester Speise zu sich nimmt, gehen in die Mikrogramm. Muttermilch ist immer noch die favorisierte Nahrung. Trotz der fehlenden Zähne fühlt sich das Stillen manchmal an wie Kaugummikauen. Für den Knirps. Mir entgleisen regelmäßig die Gesichtszüge. Lotte war auch ein Spätzahner, wenn es dieses Wort überhaupt gibt aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie so an mir rumgekaut hat wie Motti jetzt. Aber wie bei Lotte erzähle ich seit dem dritten Lebensmonat, dass jeden Augenblick die Zähne durchbrechen. Irgendwann muss ich ja Recht haben. 

Apropo Symbiose. Ich hätte gerne mal wieder einfach nur Zeit für mich. Haare färben, Lesen, Löcher in die Luft gucken, irgendwas ohne das entweder Madame Lotte mich vollsabbelt oder Klein Motte mich vollsabbert. Ich hab schon ganz vergessen wie es ist mal ohne Regiekommentar aufm Klo zu sitzen.

So nun hab ich alle Themen des Titels durchgeackert und ihr fragt euch, hööö, gaaaaanicht, Familienbett fehlt noch… Habta recht, müsst jetzt mit der Clickbaitsache leben, denn diesen Beitrag beende ich jetzt im Familienbett während beide Kiddies neben mir eingeschlafen sind. 

Tüdeldü.

Was ist das für 1 Lauch vong Schönheit her?

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5 Kommentare zu „Forschen, Familienbett, Geburtstag und mal ne Stunde für sich

Gib deinen ab

  1. Wenn ein Blumenhändler gefragt wird, „was man einer für Blumen schenken kann, die eben keine Blumen mag“ dann verkauft er Rosen und Gerbera?

    Ich würde sagen: schlechter Geschäftssinn.

    Aber: alles Gute nachträglich!

    (…über „dreieinvader“ lache ich immer noch. 😊)

    Gefällt 1 Person

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