How to survive Facebookmuttigruppen

(dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus, blumigen Übertreibungen, Pauschalisierungen und einer ungeraden Zahl an Schimpfwörtern enthalten)

Hach Facebook, du bist schon besonders. Du bietest so viel und willst dafür nur so wenig *hustallunseredatenhust*. Du Fels in der Brandung, du Licht am Endes des Tunnels.

Wie haben wir nur ohne dich überlebt. In Zeiten von MySpace und StudiVZ war es dunkel, kalt und leer.

Wir mussten uns unser Wissen mühevoll via Google und Zeitung aneignen. Legenden besagen, es gab vor dir eine analoge Art um mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten.

Stellt euch das mal vor. Wie primitiv.

Du hast uns all das abgenommen.

Und noch etwas haben wir dir zu verdanken. Die Gruppen und die Möglichkeit diese zu erstellen, zu administrieren und uns darin einzubringen. Den WLAN Stammtisch. Das digitale Mekka der Suchenden. Nach gebrauchten Möbeln, dem Wetterbericht, alternativen Wahrheiten und der endlosen Suche nach Wissen, Bestätigung und Anerkennung.

Dank dir haben wir den zehnten Höllenkreis gefunden. Etwas wovon Dante nicht einmal träumen konnte.

Die Facebook Muttigruppe

Der Gedanke war edel. Vernetzung von Müttern, die nur allzu leicht zwischen Windeln und Stillflecken vereinsamen oder Hilfe für Schwangere, die sich nicht erklären können ob das Jucken im kleinen Zeh eine Wehe ist.

In der Anonymität der digitalen Welt fallen Hemmungen und Scham weg und man kann halbwegs anonym nach Rat fragen. Man kann sich auskotzen. Man kann sich Tipps holen.

Und dank der Anonymität eben dieser Welt kann man sich mal so richtig gehen lassen.

In den Gruppen tummeln sich allerlei illustre Gestalten.

Man kommt kaum daran vorbei, es nicht zumindest mal zu versuchen, dort Hilfe bei den alltäglichen Wehwehchen der Schwangerschaft und der Kindererziehung oder Nichterziehung zu bekommen.

Hier ist also die Liste der typischen Facebookmuttigruppengruppenmitglieder

Mutter Phobia

Alles aber auch alles ist eine Gefahr für das prächtige Gedeihen des Nachwuchses. Die Katzen hat sie bereits beim Eisprung in liebevolle Hände abgegeben, ihre Augen sondieren akribisch jede Ecke der Welt nach harten Kanten und gäbe es schicke Babykleidung aus Luftpolsterfolie; sie hätte die gesamte Kollektion. Stellt man in einer Gruppe die Frage ob Babys immer so viel rumrotzen wenn sie erkältet sind, so will sie Farbe, Konsistenz und Menge wissen.

Ihr Lieblingsspruch: „anstatt am Smartphone zu hängen und in Facebookgruppen rumzueiern, wäre ich ja schon längst in der Notaufnahme“

Mutter Justitia

Sie weiß alles, kennt das BGB, StGB, das HgB und die Straßenverkehrsordnung vom Hörensagen, reitet am liebsten auf Paragraphen rum und hat Anwälte auf der Kurzwahl. Ihre Rechtsschutzversicherung nutzt sie täglich und sie weiß Rat (immer und ungefragt). Ungerechtigkeiten im System riecht sie 10 km gegen den Wind. Sie fordert Elterngespräche mit Erziehern im Minutentakt, stellt Schadensersatzansprűche an die Stadt weil sie einen Bűschel Unkraut am Sandkasten entdeckt hat und „Eltern haften fűr ihre Kinder“ prangt stolz als Tattoo űber der Brust.

Mutter von Empöringen

Diese Art der Mutter hat ein großes Problem mit Caps Lock und inflationär gebrauchter Satzzeichen. Alles ist schlimm !!!! UNERHÖRT!! Sie liest in jeder Frage eine Kindeswohlgefährdung, schreit nach einem Elternführerschein, will alles reglementiert haben.

Freundliche oder neutrale Fragen sind eine Kriegserklärung an sie, an ihre Familie, an ihre gesamte Ahnenreihe.

Hat jemand in Gegenwart ihrer Kinder in die Hand statt in die Armbeuge gehütet, so ergießt sich online ein Beschwerdepost der sich gewaschen hat.

Ihr Lieblingssatz ist: „ich lasse so nicht mit mir reden, ich melde das der Admina.“

Mutter Natur

Stoffwindeln, glutenfreie Muttermilch, vegane Kinderbűcher. Für diese Mutter sind diese Dinger neumodischer Kokolores.

Sie lebt in ihrem selbstgestricktem Blockhaus weitab der Städte aber nah genug um ultraschnelles DSL zu haben. Ihr Gemüse zieht sie selbst und Glutamat ist der Teufel. Sie ist im Einklang mit der Natur, putzt mit Moos und benutzt diese passiv aggressive Sprechweise die man nie so richtig einordnen kann. Ob das geschriebene jetzt nett oder verurteilend war, das kann man bei ihr nicht wissen. Warum exakt sie Facebook nutzt, auch das ist ein Mysterium welches nicht lösbar ist.

DIY ist ihr Zengarten des Einklangs.

Ihre Kinder tragen nur beige und dunkelgrűn und man kann nicht genau sagen, ob die Mutter jemals in ihrem Leben einfach nur Spaß hatte.

Lieblingssatz : „das kann man wunderbar selbst herstellen aber ich weiß, dass nicht jede die Zeit dafűr aufbringen möchte.“

Mutter Komödia

PENIS *gnihihi* sie teilt lustige Bildchen, zotige Witze und Sprűche zum weglaufen. Wortwörtlich. Lauft. Sie bewirft euch sonst noch mit virtuellen Kamellen.

Sie zieht schneller Gifs aus dem Hut als Lucky Luke gegen seinen Schatten zieht.

Hinter ihr eine Armee aus Zwinkeremojis bereit in die Kommentare zu hüpfen und Frohsinn zu verbreiten.

Sie nimmt nichts ernst.

Und wer es wagt, ihr mitzuteilen, dass Witze auf Kosten von Minderheiten eher so mäh sind, darf sich zum Lachen in den Keller verziehen.

Ihr Lieblingsbild :

Mutter Dramatika

Berühmt berüchtigt sind ihre Abgänge. Wenn es zu einem Kleinkrieg in der Gruppe kommt, greift sie sich ihre Federboa und legt eine dramatische Schlussarie hin.

Sie geht und jeder soll das wissen.

Nein, dass muss sie sich nicht geben. Immerhin hat sie Kinder zu versorgen. Ein Leben außerhalb des Internets. Richtige Freunde. Der Rest wird schon sehen, was er davon hat.

Ihr Lieblingssatz: „viel Spaß beim zerfleischen“

Mutter Böse

Sie ist eine schlechte Mutter und auch das muss zelebriert werden. Ihre Kinder dűrfen Sűßigkeiten essen, das Tablet und letztens haben die Kinder tatsächlich schon vor dem Frűhstűck Peppa Wutz gucken dürfen. Ihre Schlechtigkeit wird mit Lachsmileys untermalt, wohlwissend, dass all die schönen Dinge ultraschädlich fűr ihre Kinder sind.

Ihr Lieblingsfilm ist Bad Moms und Mutter Natur ihr heimliches Vor- und Feindbild.

Ihr Lieblingssatz: „ich bin ja so eine schlechte Mutter 😂😂😂😂“

Mutter der Abkűrzungen

Schon in der SS wollte sie alles űber den Mumu wissen. Ihre Hebi hat sie in der 12. Ssw gefunden und war 🤩. Ihr Kind trinkt Mumi, der Göga bringt das GroKi zum Kia, eventuell müssen sie noch ins Kh. Ausserdem kommt noch die SchwieMu vorbei, die Stoffis sind noch in der WaMa und űberhaupt hat sie keine Zeit fűr lange Diskus. Sie muss jetzt das TT fotografieren, (es ist ein DISO in einer anderen Gruppe) welches sie fűr 150 all in D event. verkaufen möchte. Oder FSOT. Das weiß sie noch nicht. Aber das war jetzt total ot.

Einen Lieblingssatz hat sie daher nicht. Vielleicht hat sie frűher auch nur hdglfiue in das Poesiealbum ihrer BFF geschrieben.

Jetzt wűsstet ihr gerne welche Mutter ich bin oder? Ratet mal.

Welche Muttertypen fallen euch noch ein?

Ach ich bin euch noch ein Schimpfwort aus der Einleitung schuldig.

Dreckskacke.

Tűdelű

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