Wie geht es dir?

„wie geht es dir?“ fragst du und lächelst.

Wie es mir geht? Beschissen. Ich schlafe schlecht, wenn ich denn überhaupt einschlafen kann. Ich träume entweder Horrorgeschichten oder laufe durch lange Gänge ohne Ende. Wache immer wieder auf. Finde keine Ruhe. Ich habe Hunger, kann aber nichts essen. Wenn ich esse, weil ich essen muss, schlinge ich, weil ich so schneller fertig bin. Ich bin so geräuschempfindlich, dass alles, vom Surren des kaputten Ladegeräts bis zur Waschmaschine die selbe Lautstärke haben und ich so weder meine Kinder noch meinen Mann verstehen kann. Ich hin gereizt, quasi grundlos, mein Kopf dröhnt. Ich habe das Gefühl, dass meine Haut wund ist, weil jede Berűhrung mich trifft wie ein Stein. Diese eine Stelle hinter meinem Ohr juckt wie verrückt aber ich komme einfach nicht ran. Ich überlege ob es möglich ist, sie aufzuschneiden, damit ich mich an der Quelle kratzen kann. Mein Atem geht stockend. Meine Augen können sich nicht fokussieren, sie rasen von einem Punkt zum nächsten. Ich möchte unters Bett kriechen, dort bleiben, die Augen schließen, jedes Geräusch abstellen und mich wie ein Baby im Mutterleib zusammenrollen.

Wie es mir geht?

„Gut“ sage ich.

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Halo I bims…

Ich bin ja ein totaler Fan der deutschen Sprache. (schrieb sie und benutzte das englische Fan statt des deutschen „eine totale Bewunderin“)

Deutsch ist meine Zweitsprache. Aufgewachsen bin ich mit polnisch, einer Sprache die auch wunderschön ist und die meinem Kerl regelmäßig Schweißperlen auf die Stirn zaubert, wenn er versucht irgendetwas auf polnisch zu sagen. Zum Beispiel:

W Szczebrzeszynie chrząszcz brzmi w trzcinie, i Szczebrzeszyn z tego słynie, że chrząszcz brzmi tam w Szczebrzeszynie.

Keine Sorge, dabei verzweifle ich auch oft genug.

Was mir an der deutschen Sprache so gefällt, ist die Tatsache, dass man alles so wunderbar kreativ ausschműcken kann.

Man kann tolle Wörter erfinden, die ewig lang sind und verflucht klug klingen, wenn man sie benutzt.

Ich könnte zum Beispiel sagen, ich wäre Kinderbetreuungsfachangestellte statt einer schnöden Erzieherin.

Ich benutze einen Warmwasseraufbereiter fűr meinen trinkbaren Kräuteraufguss und ziehe mir morgens meine Kunstlederschnűrhalbstiefel an, damit meine Füße warm und trocken bleiben.

Auf dem Weg zu meinem Arbeitnehmerverhältnis mit einem privaten Bildungsträger der frühkindlichen Betreuung nehme ich die staatlich subventionierte, dennoch teilprivatisierte Untergrundbahn und danach einen Bus, besser bekannt als ein Verkehrsmittel, welches im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt wird und ein vielsitziges, großes Kraftfahrzeug zur Beförderung einer größeren Anzahl von Personen ist. (danke Wictionary)

Ist das herrlich. BERAUSCHEND!

Das schöne an Sprache ist, dass sie sich verändert. So sprechen wir nicht mehr wie vor 500 Jahren und wűrde jemand mit einer stationären oder mobilen Zeitmanipulationsmaschinerie aus dem Jahre fűnfzehnhunderschlagmichtot hier aufploppen, wir hätten keinen Plan, was der Otto da von uns will.

„Werthes Frauenzimmer, mir dűnkt es nach Erleichterung. Wo finde ich den Abort? Hurtig, es dränged sich etwas Ungemach in mir auf!“

Bis ich dann geschnallt hätte, das der Stift schon malt, hätte sich Kunibert schon seine Beinkleider aufs liderlichste beschmutzt. So sad.

Das sich Sprache verändert, kriegt man ja auch so schon mit.

Was vor 30 Jahren noch prima war, war in meiner Oberschulzeit schon geil, hammer und fett.

Da ich in Neukölln, einem Berliner „Problembezirk“ (weil man hier Probleme kriegt) aufgewachsen bin, sind mir „schwör“, „stoooory“ und „alter“ auch noch gut in Erinnerung und vor allem „Alter“ bzw „Altah“ haben die Zeit in meinem aktiven Sprachschatz überdauert.

Ältere Semester rűmpfen ihr Riechorgan und prophezeien sich in ihren Gräbern rotierende Dichter und Denker, wenn im Lande ebensolcher Jugendliche ihre eigene Sprache erfinden.

Dabei ist das ja eigentlich kreativ. Nervig aber kreativ. So kam es es kommen musste, ich verstehe die Jugend von heute nicht mehr (mir geht es damit wie Alex aus Uhrwerk Orange zum Ende des Buches) . Damit bin ich wahrlich nicht alleine, werte Mitbűrgerinnen und Mitbűrger, denn das neue Jugendwort des Jahres ist ausnahmsweise mal eines, welches tatsächlich so gebraucht wird und keine wahrscheinliche Erfindung wie Smombie ist. Diesmal wird in den sozialen Medien vom grausamen Ende der Sprache gewarnt.

Ist man ganz genau, so ist „I bims“ kein einzelndes Wort, sondern der Teil eines Satzes. Halo, I bims, ein Slaumaia vong Korindenkagn her.

Ist man noch genauer, so kann man fast sagen, dass das nervige I bims kaum von Jugendlichen benutzt wird, sondern vorwiegend von Mitzwanzigern, die gerne voll ironisch und lustig wären (wie ich, bis es mir auf den Sack ging) .

Es kommt alle paar Monate mal vor, dass irgendein Mensch vom Ende der deutschen Sprache schwadroniert, weil Jugendliche so komisch reden wie Anhänger gewisser Strömungen schreiben.

Doch Obacht, Sprache wandelt sich stetig. Wie ein Fluss, der grűngrau durch zerklüftete Berge Richtung Meer fließt, umrahmt von zarten Bäumen mit saftigem Grűnden, vorbei an sanft grasenden Rehkitzen, erreicht auch der Sprachgebrauch mal dunkle, kalte Täler, in der man tinderjährig ist, alles fly ist, Yolo und swag sich die Hand reichen und man eine Pause macht um mal in Ruhe zu napflixen.

Und trotz der Tatsache, dass sich mir heute die Fußnägel aufrollen, wenn ich in meinen alten Tagebűchern lese, weil ich damals schrieb und sprach wie eine zugedröhnte Dumpfbacke, bin ich heute durchaus in der Lage, mich gewählt auszudrűcken. Es ist in den allermeisten Fällen ja nur eine Phase.

Und ich wette, dass ein Johann Wolfgang von Goethe sich auch Sprüche über seinen Slang anhören durfte.

I bims mag nervig sein aber dank Internet ist es wahrscheinlich übermorgen schon vergessen und macht Platz für etwas neues und in unseren Augen weitaus schlimmeres.

Daher

Chill ma deine Base.

Eine Sache die abgrundtief mies war, war die Einfűhrung der neuen deutschen Rechtschreibung, mit der ich bis heute vor allem bei der Kommasetzung auf Kriegsfuß stehe. Aber dies nur nebenbei.

How to survive Facebookmuttigruppen

(dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus, blumigen Übertreibungen, Pauschalisierungen und einer ungeraden Zahl an Schimpfwörtern enthalten)

Hach Facebook, du bist schon besonders. Du bietest so viel und willst dafür nur so wenig *hustallunseredatenhust*. Du Fels in der Brandung, du Licht am Endes des Tunnels.

Wie haben wir nur ohne dich überlebt. In Zeiten von MySpace und StudiVZ war es dunkel, kalt und leer.

Wir mussten uns unser Wissen mühevoll via Google und Zeitung aneignen. Legenden besagen, es gab vor dir eine analoge Art um mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten.

Stellt euch das mal vor. Wie primitiv.

Du hast uns all das abgenommen.

Und noch etwas haben wir dir zu verdanken. Die Gruppen und die Möglichkeit diese zu erstellen, zu administrieren und uns darin einzubringen. Den WLAN Stammtisch. Das digitale Mekka der Suchenden. Nach gebrauchten Möbeln, dem Wetterbericht, alternativen Wahrheiten und der endlosen Suche nach Wissen, Bestätigung und Anerkennung.

Dank dir haben wir den zehnten Höllenkreis gefunden. Etwas wovon Dante nicht einmal träumen konnte.

Die Facebook Muttigruppe

Der Gedanke war edel. Vernetzung von Müttern, die nur allzu leicht zwischen Windeln und Stillflecken vereinsamen oder Hilfe für Schwangere, die sich nicht erklären können ob das Jucken im kleinen Zeh eine Wehe ist.

In der Anonymität der digitalen Welt fallen Hemmungen und Scham weg und man kann halbwegs anonym nach Rat fragen. Man kann sich auskotzen. Man kann sich Tipps holen.

Und dank der Anonymität eben dieser Welt kann man sich mal so richtig gehen lassen.

In den Gruppen tummeln sich allerlei illustre Gestalten.

Man kommt kaum daran vorbei, es nicht zumindest mal zu versuchen, dort Hilfe bei den alltäglichen Wehwehchen der Schwangerschaft und der Kindererziehung oder Nichterziehung zu bekommen.

Hier ist also die Liste der typischen Facebookmuttigruppengruppenmitglieder

Mutter Phobia

Alles aber auch alles ist eine Gefahr für das prächtige Gedeihen des Nachwuchses. Die Katzen hat sie bereits beim Eisprung in liebevolle Hände abgegeben, ihre Augen sondieren akribisch jede Ecke der Welt nach harten Kanten und gäbe es schicke Babykleidung aus Luftpolsterfolie; sie hätte die gesamte Kollektion. Stellt man in einer Gruppe die Frage ob Babys immer so viel rumrotzen wenn sie erkältet sind, so will sie Farbe, Konsistenz und Menge wissen.

Ihr Lieblingsspruch: „anstatt am Smartphone zu hängen und in Facebookgruppen rumzueiern, wäre ich ja schon längst in der Notaufnahme“

Mutter Justitia

Sie weiß alles, kennt das BGB, StGB, das HgB und die Straßenverkehrsordnung vom Hörensagen, reitet am liebsten auf Paragraphen rum und hat Anwälte auf der Kurzwahl. Ihre Rechtsschutzversicherung nutzt sie täglich und sie weiß Rat (immer und ungefragt). Ungerechtigkeiten im System riecht sie 10 km gegen den Wind. Sie fordert Elterngespräche mit Erziehern im Minutentakt, stellt Schadensersatzansprűche an die Stadt weil sie einen Bűschel Unkraut am Sandkasten entdeckt hat und „Eltern haften fűr ihre Kinder“ prangt stolz als Tattoo űber der Brust.

Mutter von Empöringen

Diese Art der Mutter hat ein großes Problem mit Caps Lock und inflationär gebrauchter Satzzeichen. Alles ist schlimm !!!! UNERHÖRT!! Sie liest in jeder Frage eine Kindeswohlgefährdung, schreit nach einem Elternführerschein, will alles reglementiert haben.

Freundliche oder neutrale Fragen sind eine Kriegserklärung an sie, an ihre Familie, an ihre gesamte Ahnenreihe.

Hat jemand in Gegenwart ihrer Kinder in die Hand statt in die Armbeuge gehustet, so ergießt sich online ein Beschwerdepost der sich gewaschen hat.

Ihr Lieblingssatz ist: „ich lasse so nicht mit mir reden, ich melde das der Admina.“

Mutter Natur

Stoffwindeln, glutenfreie Muttermilch, vegane Kinderbűcher. Für diese Mutter sind diese Dinger neumodischer Kokolores.

Sie lebt in ihrem selbstgestricktem Blockhaus weitab der Städte aber nah genug um ultraschnelles DSL zu haben. Ihr Gemüse zieht sie selbst und Glutamat ist der Teufel. Sie ist im Einklang mit der Natur, putzt mit Moos und benutzt diese passiv aggressive Sprechweise die man nie so richtig einordnen kann. Ob das geschriebene jetzt nett oder verurteilend war, das kann man bei ihr nicht wissen. Warum exakt sie Facebook nutzt, auch das ist ein Mysterium welches nicht lösbar ist.

DIY ist ihr Zengarten des Einklangs.

Ihre Kinder tragen nur beige und dunkelgrűn und man kann nicht genau sagen, ob die Mutter jemals in ihrem Leben einfach nur Spaß hatte.

Lieblingssatz : „das kann man wunderbar selbst herstellen aber ich weiß, dass nicht jede die Zeit dafűr aufbringen möchte.“

Mutter Komödia

PENIS *gnihihi* sie teilt lustige Bildchen, zotige Witze und Sprűche zum weglaufen. Wortwörtlich. Lauft. Sie bewirft euch sonst noch mit virtuellen Kamellen.

Sie zieht schneller Gifs aus dem Hut als Lucky Luke gegen seinen Schatten zieht.

Hinter ihr eine Armee aus Zwinkeremojis bereit in die Kommentare zu hüpfen und Frohsinn zu verbreiten.

Sie nimmt nichts ernst.

Und wer es wagt, ihr mitzuteilen, dass Witze auf Kosten von Minderheiten eher so mäh sind, darf sich zum Lachen in den Keller verziehen.

Ihr Lieblingsbild :

Mutter Dramatika

Berühmt berüchtigt sind ihre Abgänge. Wenn es zu einem Kleinkrieg in der Gruppe kommt, greift sie sich ihre Federboa und legt eine dramatische Schlussarie hin.

Sie geht und jeder soll das wissen.

Nein, dass muss sie sich nicht geben. Immerhin hat sie Kinder zu versorgen. Ein Leben außerhalb des Internets. Richtige Freunde. Der Rest wird schon sehen, was er davon hat.

Ihr Lieblingssatz: „viel Spaß beim zerfleischen“

Mutter Böse

Sie ist eine schlechte Mutter und auch das muss zelebriert werden. Ihre Kinder dűrfen Sűßigkeiten essen, das Tablet benutzen und letztens haben die Kinder tatsächlich schon vor dem Frűhstűck Peppa Wutz gucken dürfen. Ihre Schlechtigkeit wird mit Lachsmileys untermalt, wohlwissend, dass all die schönen Dinge ultraschädlich fűr ihre Kinder sind.

Ihr Lieblingsfilm ist Bad Moms und Mutter Natur ihr heimliches Vor- und Feindbild.

Ihr Lieblingssatz: „ich bin ja so eine schlechte Mutter 😂😂😂😂“

Mutter der Abkűrzungen

Schon in der SS wollte sie alles űber den Mumu wissen. Ihre Hebi hat sie in der 12. Ssw gefunden und war 🤩. Ihr Kind trinkt Mumi, der Göga bringt das GroKi zum Kia, eventuell müssen sie noch ins Kh. Ausserdem kommt noch die SchwieMu vorbei, die Stoffis sind noch in der WaMa und űberhaupt hat sie keine Zeit fűr lange Diskus. Sie muss jetzt das TT fotografieren, (es ist ein DISO in einer anderen Gruppe) welches sie fűr 150 all in D event. verkaufen möchte. Oder FSOT. Das weiß sie noch nicht. Aber das war jetzt total ot.

Einen Lieblingssatz hat sie daher nicht. Vielleicht hat sie frűher auch nur hdglfiue in das Poesiealbum ihrer BFF geschrieben.

Jetzt wűsstet ihr gerne welche Mutter ich bin oder? Ratet mal.

Welche Muttertypen fallen euch noch ein?

Ach ich bin euch noch ein Schimpfwort aus der Einleitung schuldig.

Dreckskacke.

Tűdelű

Woop Woop – Motti wird Kleinkind

Happy Birthday Motti.

Ein Jahr. 356 Tage.

Grinsemädchen. Honigkuchenpferd.

So also Obacht, die Mutti wird mal wieder sentimental.

Meine M.

Ein Jahr. Ein ganzes Jahr bist du nun schon hier.

Zuhause geboren, auf unserer Couch. Von der ersten Minute an Herzmensch. Von der ersten Minute an hast du unsere Familie vollkommen werden lassen. Was mit Lotti den Anfang nahm, hast du abgeschlossen. Liebe und so. Tiefe Liebe.

Als deine Schwester dich wenige Stunden nach deiner Geburt kennengelernt hat, war es auch bei ihr Liebe auf den ersten Blick.

Wir verbrachten die ersten Wochen nachts auf der Couch, stillten und kuschelten. Kuschelten und stillten.

Du warst ein Zauberbaby. Ruhig, gelassen und knuffig.

Von Anfang an hattest du Gesichtsausdrücke drauf, die dir verschiedene Spitznamen einbrachten.

Määähchen, weil du immer kurz bevor du mit Jammern anfingst, ein langes Määäh hast hören lassen.

Frau Zitrone, weil du häufig geguckt hast, als hättest du in eine Zitrone gebissen.

Quietschie, weil du naja.. Selbsterklärend oder? Quietschen kannst du wie eine Große.

Mein allerliebster Spitzname von dir ist aber Dobby. Wie du den bekommen hast?

Kaum, dass du begriffen hast wozu diese langen Dinger an deiner Hand gut sind (man kann damit Dinge grabschen), hattest du schneller als man gucken konnte eine Socke in der Hand. Entweder deine eigene oder die deiner Schwester. Auch jetzt noch räumst du mit Wonne und viel Spaß jede Sockenschublade aus. Ich habe dich oft genug „synchronisiert“ … „Meister hat Dobby eine Socke geschenkt, Dobby ist frei“.

Knautschi McKnautschface.

Des Imperators rechte Hand.

Winzlingspadawan.

Du sprichst.

Natürlich quatscht du noch nicht aber ein paar Worte kannst du schon.

„Aio“ sagst du, wenn du dir die Fernbedienung ans Ohr hälst und wild mit dem Händchen gestikulierst. Oder wenn wir mit Oma telefonieren.

„Mmmmmaa“ kommt, wenn du deine Oma siehst. Du zeigst mit dem Finger auf sie und sagst „Mmmmaa“

„Mama“ rufst, schreist, gluckst du, sobald du mich hörst oder siehst.

„Wawau“ ist alles, was mehr als zwei Beine hat.

Du lässt dich auf den Po plumpsen und rufst „Aua“. Dieses Spiel wiederholst du immer und immer wieder.

„Da“ sagst du und zeigst mit dem Finger, was du meinst.

Verstehen tust du aber weitaus mehr.

Wenn ich frage, wer baden will, versuchst du dein Shirt über den Kopf zu ziehen, weil du das Baden liebst.

Du hast unglaublich viel Spaß mit deiner Schwester in der Wanne und oft sieht das Badezimmer aus, als hätte es mitgebadet.

Du weißt was „nein“ bedeutet, es ist dir aber schnurzpiepe.

Janz die Mama – dein stumpfer Humor

„POPO“ brüllt Lotte und wackelt mit dem Hintern. Und du? Du lachst dich kaputt. Immer und immer und immer wieder. Lotte macht sich für dich zum Clown. Ob Phantasiesprache oder Rumgeblödel, Hauptsache du lachst.

Du lachst viel und gerne. Du gluckst, kicherst und schnatterst vor Freude.

Du winkst allen Leuten zu und wenn sie nicht reagieren, brabbelst du sie voll. Spätestens dann lächeln sie dich an und unterhalten sich mit dir.

Du liegst auf dem Sitzkissen und lässt sich laut jauchzend durch die Wohnung ziehen.

Geschwisterplüsch

Du und deine Schwester, das war Liebe auf den ersten Blick. Ihr schlaft inzwischen nebeneinander im Familienbett und kuschelt miteinander.

Alles was Lotte macht, machst du nach. Fast jeden Morgen quietscht ihr um die Wette. Für die gesamte Strecke Richtung U-Bahn macht ihr beide morgens Konzerte.

Ihr spielt zusammen, Lotti hält dich fest, damit du laufen kannst und freut sich üben jeden Entwicklungsschritt wie verrückt. Sie beschützt dich und jeder muss wissen, dass du zu ihr gehörst.

Erste Schritte

Am Samstag, eine Woche vor deinem Geburtstag standest du am Herd, während ich die Küche aufräumte. Dann ließt du den Herd los und liefst los. Zwei Schritte. Dann schautest du an dir runter und ließt dich auf den Po plumpsen. Lotte applaudierte dir und freute sich.

Seitdem lässt du immer häufiger los und tapst herum. Noch unsicher aber mutig. Bald rennst du mir davon. Völlig neue Möglichkeiten und viel mehr tanzen öffnen sich für dich.

Du bist neugierig, forschend, zauberhaft. Du machst Quatsch und eroberst mit deiner Art alle im Sturm.

Du und Lotti, ihr seid mein Traum.

(Buchtipp) vom Pinguin, der dringend ein Snickers braucht

Wusstet ihr, dass es ein Buch über mich gibt?

Ich auch nicht.

Allerdings spitzte ich die Ohren als ich folgenden Satz auf dem Bloggertreffen von Natalia hörte:

„Dieser Pinguin findet alles scheiße. Ich liebe ihn.“

Klar, dass ich dieses Buch sofort haben musste. Ein Pinguin, dem einfach alles zu blöd ist? Der Morgens schon aufsteht und schlechte Laune hat, weil es zu früh ist, die Sonne zu hell, der Schnee zu weiß und die anderen Pinguine zu pinguinig sind?

Das bin ja ich! Im Frack!

Mir ist es morgens zu früh, es ist zu kalt, der Kaffee zu nicht fertig, die Kinder zu schlafig, es ist ein unter-der-Woche-Tag und ihpfui Menschen.

Ich quietschte als ich nach der Arbeit nach Hause kam und das flache Päckchen auf dem Sofatisch erblickte. Der Gatte war zu dem Zeitpunkt schlecht gelaunt, weil er auf sein Paket schon geschlagene drei Wochen wartet und während für mich (oder die Kinder) Pakete pünktlich ankamen, war ihm der Ärger ins Gesicht geschrieben.

Das Buch musste allerdings erstmal warten. Die Kinder mussten ins Bett.

Das dauerte ewig.

Als ich dann endlich auf der Couch saß, schnappte ich mir das Buch und tauchte ein in die „Memoiren eines Berliners am Südpol“ eben „Paule Pinguin allein am Pol“.

Niedliche und nicht überladene Zeichnungen lenken den Blick auf das Wesentliche. Einen Pinguin, dem man dringend mal einen Erdnuss-Karamell-Riegel reichen müsste.

„Hier, iss dieses Markenprodukt, Paule.“

„WARUM????“

„Du bist nicht du, wenn du hungrig bist“.

Paule motzt, ganz wie es sich für einen Berliner gehört. Paule beschwert sich über alles. Kontrolletis in der Bahn, Leute die zu langsam laufen, auf der Rolltreppe links Steher, Kleingeldabzähler, dass nur zwei von fünf Kassen im LIDL offen sind und überhaupt war früher mehr Lametta.

Paule. Ick. Liebe. Dir.

Irgendwann kommt so ein Hippiewalross an und schwallt den armen Paule zu wie schön doch das Leben ist. Guck mal, die Berge, guck mal hier, wie herrlich das Dasein.

Paule glotzt und hört zu. Das Walross zieht von dannen, man hört es direkt „oh Happy Day“ summen und Paule denkt nach.

Jo, so kacke ist das Leben nicht. Ist doch eigentlich ganz schön hier.

Und bevor ich spoiler, verrate ich euch nur meine Reaktion auf die letzte Seite im Buch.

Ich musste lachen. Ich fand die Schlusspointe so gelungen. Herrlichst.

Und ich konnte es nicht abwarten, dass Buch am nächsten Tag den Kindern im Kindergarten vorzulesen.

Ich wollte mit ihnen die schlechte Laune teilen und den Witz am Ende.

„Dana, was hast du daaaaa? Liest du uns das voooor?“ (Die Kinder nennen mich im Kindergarten Dana -aus Gründen).

„Aber sicher doch werte Zukunft. Setzt euch und lauscht den Worten des miesgelaunten Pinguins“

Ich fing also an vorzulesen und die Kinder guckten irgendwie verdaddert aus der Wäsche.

„Der meckert ja nur!“

„Wie Papa, der schimpft auch immer.“

„Der watschelt ja komisch“

„Ich hab auch schlechte Laune“

„Dana, ich hab gekackert!!!!“

Der Witz am Schluss kam leider nicht so an, wie es es mir erhofft habe. Die Kinder fanden das Buch süß und ich las es zwei mal vor allerdings witzig fanden sie nur die Stelle, als Paule gejagt wurde und nur am Motzen war.

Ich denke, die Schlusspointe ist für uns Erwachsene eingebaut worden. Nachdem das Walross wieder verschwunden ist und Paule ja doch was schönes findet, musste noch irgendetwas her, was uns Erwachsenen gefällt. Ein Paule-versteht-mich-Moment.

Irgendwas ist ja immer.

Paule erinnert mich nicht nur an mich selbst am Morgen, sondern auch an eine alte Kollegin.

Begrüßte man sie und benutze Floskeln wie „schönes Wetter, wa?“ fand sie immer etwas. „Bei der ganzen Sonne macht der Kreislauf nicht mit.“

„Die Suppe ist lecker.“

„Bestimmt voller Glutamat.“

Ein Quell der Heiterkeit, ich sag’s euch.

Das Schöne an Paule ist ja, dass jeder von uns mal schlechte Laune hat. Jeder wacht mal auf und der Tag ist gelaufen. Praktisch ohne Grund. Auch Kindern geht es oft genug so. Auch sie haben schlechte Laune und finden alles blöd. Und dann kommt so ein Walross (Eltern, Erzieher, Vewandte) an und schwadroniert über das schöne Leben. Man hat doch keinen Grund um schlecht drauf zu sein. Und dann fühlen sich Kinder erst recht unverstanden.

Um Paule zu zitieren: „Walrosse haben von Pinguinproblemen doch keine Ahnung“

Jeder hat ein Recht darauf, mal mies drauf zu sein und alles bescheuert zu finden. Auch Kinder. So wie Paule möchten sie dann einfach nur motzen. Ich meine, wir Erwachsenen motzen permanent rum. Die Ampel schaltet nicht schnell genug auf Grün, der Fahrer vor uns hat seinen Führerschein beim Lotto gewonnen und der blöde Nachbar mit seiner Fußhupe. Kinder dürfen auch motzen. Wir haben die Aufgabe sie darin zu begleiten, denn Kinder werden auch von so starken Gefühlen überwältigt und brauchen unser Verständnis und unsere Begleitung. (Das fällt mir zugegeben auch manchmal noch schwer). Werden Kinder in all ihren Gefühlen angenommen und wird ihnen zugestanden auch mal schlecht drauf zu sein, dann lernen sie, dass sie in all ihren Facetten geliebt werden. Unterdrücken wir diese Gefühle oder nehmen sie nicht ernst, dann zeigen wir Kindern, dass sie nur liebenswert sind, wenn sie „perfekt“ sind, immer gut gelaunt, immer mit einem Lächeln.

Paule schimpft und bietet Kindern eine Figur, mit der sie sich identifizieren können, wenn sie schlecht drauf sind.

Ich mag Paule. Das Buch würde ich für Kinder ab 3 Jahren empfehlen oder für Erwachsene mit einem lauten inneren Berliner.

[Das Buch habe ich gekauft und nicht gestellt bekommen. Dieser Beitrag ist nicht gesponsert]

Le Schick am Ku’Damm

Mädels, ick sach’s euch. Ick hab mir getraut. Ich bin aus meiner Wohlfühlcomfortzone (Couch) ausgebrochen, hab mich schick gemacht (Typ sexy Holzfäller) und bin mit Motti zu meinem ersten Bloggertreffen gerauscht.

Am Abend war ich dann geflasht und total drüber. Ich hab den Sabbel nicht mehr zu gekriegt und den Gatten komplett zugeschwallt.

Aber ganz von vorne. Ich „kenne“ ja nun schon einige Bloggerinnen so etwas über Facebook oder Twitter, finde alle von der Schreibe her sympathisch und als dann die Veranstaltung von Styleranking, das Elternbloggercafe in meiner Timeline auftauchte, wagte ich es und meldete mich an.

Am 15.10 war es dann soweit. Lotti ging mit Papa ins Kino und ich tütete Motti ins Tuch und fuhr zum Ku’Damm.

Und da stand ich nun, viel zu früh und machte mich erst einmal auf die Suche nach einem Bäcker.

Kaum zurück, war es schon etwas voller. Ich stand kurz mit Jana und Sohnemann von Patschehand zusammen, wir freuten uns, dass auch ein paar Babys anwesend waren und dann ging auch schon die Anmeldung los.

Ich sah viele bekannte Gesichter, traute mich aber nicht so recht und versteckte mich hinter Motti. Bis mich dann Natalia von SimplyLovelyChaos rüberwinkte. Damn, was für eine tolle Frau. So eine sympathische und fröhliche Person wäre mir vor meinem ersten Kaffee suspekt aber mit ihrer offen und herzlichen Art hat sie mir das Ankommen erleichtert. Sie hatte ihre Tochter dabei, die auf dem Blog ihre eigene Sparte hat, in der sie Bücher rezensiert (wie cool ist das denn bitte?).

Nach einer Weile löste ich mich aus der Runde und lief dann Julia von unangespiesst über den Weg. Sie war Tatsache die einzige, die ich angesprochen habe und ich bemerkte erst nach zwei, drei Sätzen, dass sie keinen Plan hatte wer ich bin 😁 also kurz nochmal vorgestellt, man „kennt“ sich doch. Auch eine super coole Person, mit der ich leider nicht so viel reden konnte, da Motti nach was zu essen rief. Ich sah sie dann nochmal in Gespräche vertieft und wollte dann auch nicht so wirklich stören aber mich hat es doch gefreut, Julia mal in Natura gesehen zu haben.

Hier ein Plausch mit Sabine von mumandstillme beim Essen und auf einmal stand jemand breit grinsend vor mir. Die Jessi von Terrorpüppi. Hach, ich könnte jetzt rumfangirlen, ich war schwer begeistert. Wir unterhielten uns lange und Motti schlief im Tuch ein. Dieses Kennenlernen habe ich unglaublich genossen.

Es waren so oder so ganz viele tolle Leute da. Ich lernte noch Conny von Bärchenmama kennen, die mit ihren beiden Kindern da war (so ein winziges Baby 😍). Mit Kerstin von MamAhoi sprach ich kurz und bewunderte das erstmal schlafende Baby und später ihre wunderschönen großen Augen.

Und dann noch so ein paar FangirlMomente. Alu von grossekoepfe hat mich angegrinst, (Aaaaaaaaaah) sie anzusprechen habe ich mich allerdings nicht getraut. Daher an dieser Stelle: „was für geniale Schuhe“.

Das Event war aber nicht alleine dazu da, dass ich mich durchs Büffet futtere und Leute bestaune, es gab natürlich auch Sponsoren. Den bleibenden Eindruck hinterließ bei mir die Schweizer Firma, die einen neuen Nuckel und Zahnbürsten entwickelt hat. Motti schnappte sich eine der ausgestellten Zahnbürsten und kaute genüsslich darauf herum. Schwupps, waren die Hebamme Dayo und ich im Gespräch. So einfach geht’s, wer hätte das gedacht.

Es gab gesunde Snacks, eine Windel-WM, einen Staubsauger den ich gerne heiraten würde und Körperpflege für die kleinsten.

Das Event war wirklich schön organisiert. Es war ein schöner Tag mit tollen Leuten und die Goodiebag wurde von Lotti und Motti abends gebührend auseinandergenommen.

Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Was ein Samstag..

Ich erzähl euch jetzt mal kurz von meinem Samstag. Der fing toll (langweilig) an und endete Sonntag Nacht mit einem barfüssigen Kind vor einer verschlossenen Haustür im Regen.

Wir wachten „ausgeschlafen“ um sechs Uhr früh auf und spulten erst einmal unsere Morgenroutine ab. Ich lag auf dem Boden im Kinderzimmer und die Kinder freuten sich über den kostenlosen Kletterberg.

Irgendwann zogen wir uns an, der Gatte reichte Kaffee und machte sich für den Wettkampf fertig, diesmal stand die deutsche Meisterschaft im Bjj an.

Für die Kinder und mich stand Shopping auf den Plan. Ich hatte mir bei Ernstings einen Shoftshelloverall zurücklegen lassen, der allerdings erst einmal aus einer anderen Filiale geschickt werden musste, da die richtige Größe nicht mehr da war. Eigentlich hätte ich angerufen werden sollen aber passiert ist nichts, daher wollte ich hin um nachzufragen. So weit so langweilig.

„Mein“ Overall war nicht da, dafür ein anderer und hätte ich gewusst, wie wichtig dieser Glücksgriff noch werden würde, ich hätte noch einen Freudentanz aufgeführt.

Danach ging es zu DM, Zahnpasta kaufen. Und wenn man schon mal da ist, Lippenstift, Make Up, Einschornschaumbad, Klamotten für die Kinder, Gedöns. Kostenpunkt: aber sonst geht es dir gut?

Dann schnell was essen, Baby zum Mittagsschlaf hinlegen, Haushalt. Das übliche.

Irgendwann kam der Papa dann mit Bronze Medaille (er nennt es Teilnehmerurkunde) vom Wettkampf zurück.

Lotti fiel auf einmal ein, dass ja einen Tag vorher Papa Geburtstag hatte und war der Meinung, er müsste eine Party feiern.

Ich holte meinen Vampy Hit Mix aus dem Jahre 1995 und dank Dj Bobo nahm das Unglück seinen Lauf.

Lotte wollte, dass ich sie beim Tanzen filme und kaum, dass die Kamera auf sie gerichtet war, rutschte sie aus und knallte mit dem Gesicht auf den Boden. Sofort lief Blut. Sie hat sich die Unterlippe mit den oberen Schneidezähnen gepierct.

Lotte brüllte verständlicherweise, ich tupfte, blieb ruhig so gut es ging (ich kann meine Kinder verletzt nur ganz schlecht ertragen, wie wohl jeder, der seine Gene weitergegeben hat), Papa rannte vom Klo, brachte ein Kühlpad und wir trösteten wie die Verrückten das heulende und blutende Kind.

Motti knabberte derweil unbeeindruckt an ihrem Brot.

Jetzt hat Lotti ne dicke Lippe und ich den Video Beweis, wie schnell so etwas gehen kann.

Eine Freundin vom Gatten rief an und fragte, ob sie heute Abend nicht was trinken gehen wollen, weil Geburtstag und so.

Er: hättest du was dagegen?

Ich: warum sollte ich? Mach und hab Spaß, grüß mir J. und komm nicht allzu dicht nach Hause.

Wenn der Mann feiern ist, bedeutet das für mich freie Bahn und in Ruhe zocken. (Yeah).

Und dann war es soweit. Beide Kinder schliefen zackig ein und die Wohnung war still. Sitzsack vor die Glotze, Ps4 angeschmissen, Ps Now (der Spielestreamingdienst von Sony) und Red Dead Redemption.

So, Mutti hat ihre Ruhe, der Gatte feiert dss erste Mal seit Monaten und es kommt wie es kommen muss.

Husten und jammern aus dem Schlafzimmer.

Ruhe.

Nochmal husten.

Jammern.

Gurgeln.

Scheiße, nicht gurgeln. Alles nur bicht gurgeln.

Kaum hatte ich den Sprint ins Schlafzimmer geschafft, kaum berührte meine Hand Motti, da kotzte sie auch schon los.

Zum Glück erwischte sie nur mein Kissen und sich selbst, sonst hätten wir (ich) hier 2,50 m Bett neu beziehen müssen, während ein Kind schlaft und das andere sich erbricht.

Ich säuberte das Kind, zog sie um und wir setzten uns ins Wohnzimmer, wartend auf die Fortsetzung oder Ruhe.

Nach dem dritten Mal war was rotes mit bei. Blut.

Ich kann mit Erbrechen umgehen, in der Linie bin ich abgehärtet aber Blut da, wo ich kein Blut erwarte, dass ist eine andere Hausnummer.

Ich rief den Mann an, er soll nach Hause kommen, ich muss mit Motti eventuell in die Klinik. Das Blut war hellrot und nicht dunkel, also kam es nicht aus dem Magen, was schonmal besser ist als Blut, welches auf irgendwas im Magen oder Darm hindeutet. Ich wollte abwarten ob beim nächsten Mal noch einmal Blut dabei war.

War es. Also rief ich die 112 an, schilderte was los ist und ein Krankenwagen machte sich auf den Weg. Ich informierte den Papa, wartete und wischte noch drei Mal Erbrochenes mit Blut vom Boden. Zwischendurch packte ich Wechselsachen,den Overall und das U-Heft mit der Krankenkasse Karte ein. Motti wurde immer ruhiger und schlapper.

Die Sanitäter kamen an und als Motto ein viertes Mal demonstrierte was da aus ihr kam, weckte ich Lotte, die natürlich not amused war, der Sanitäter zog sie an (!) und es ging los.

Kurzer Anruf beim Papa, dass er gleich weiter zur Klinik fahren soll um Lotti von dort abzuholen.

Im Krankenwagen durfte Lotte sich auf die Liege legen und bekam eine Rettungsdecke geschenkt. Ich saß mit Motti daneben und mit Blaulicht ging es in fünf Minuten in die Klinik. Währenddessen erbrach sich Motti wieder. Wieder war Blut dabei. Sie hing auch nur noch an mir dran, war schlapp aber wach.

In der Klinik wurden wir sofort in einen Behandlungsraum gebracht und dann warteten wir. Die Sanitäter gaben Lotti ein High Five und gingen. Lotti war aufgeregt, Motti fertig und ich äußerlich ruhig, innerlich spielte sich mir das schlimmste Kopfkino ab. Wenn sie nicht schlapp an mir klebte, würgte sie nur noch gequält das letzte bisschen Mageninhalt aus sich raus.

Der Arzt kam nach etwa einer halben Stunde, Lotte wurde kurz davor vom Papa abgeholt und beide fuhren nach Hause.

Es wurde Blut abgenommen, Motti wurde untersucht, wogegen sie sich mit neu gewonnener Kraft wehrte und immer wieder hieß es warten. Mit kam es vor als wären wir schon Stunden in der Kotzphase, tatsächlich war es gerade einmal 23:30 (angefangen hat es gegen 21 Uhr).

Als die Ergebnisse da waren (unauffällig), durften wir nach Hause. Motti bekam ein Vomicur Zäpfchen, damit sie nicht mehr erbricht, das hellrote Blut kam von einer kleinen Verletzung im Rachen und mir fielen dreihundert Steine vom Herzen. Der Arzt riet uns zur Eletrolytlösung und zum Stillen in kleinen Mengen. Bei Verschlechterung sollten wir sofort wieder kommen.

Motti wurde durch das Zäpfchen ruhig und schlief ein. Ich zog ihr den Overall an, denn sie hatte bis auf einen Body und Leggings nicht weiter an und bemerkte, dass ich weder Socken noch Überziehschuhe dabei hatte. Es regnete also wartete ich mit dem schlafenden und barfüssigen Kind in der Vorhalle der Klinik auf das Taxi.

Einhändig schrieb ich Nachrichten an den Papa, dass wir gleich wieder zu Hause sind und erhielt keine Antwort.

Im Taxi bemerkte ich dann, dass ich in all der Aufregung meinen Schlüssel nicht dabei hatte.

Ich schrieb dem Papa.

Keine Antwort.

Als wir in unsere Straße einbiegen, war die Wohnung dunkel. Alle schliefen.

Ich nahm Motti auf den Arm, klemmte mir das Handy unters Ohr und halb geschützt vor dem Regen rief ich den Gatten an. Ich klingelte an der Haustür. Im Wechsel klingelte ich Sturm und rief ihn an. Motti hing schlafend an mir und wurde immer schwerer. Ich immer verzweifelter. Es war weit nach Mitternacht, es war kalt, es regnete. Als letzte Idee klopfte ich gegen die Fensterbank, an die ich gerade so rankomme.

Der Hund wurde wach und bellte. Ich klopfte nochmal so laut es ging und der Hund rastete komplett aus.

Jetzt wurde auch der Mann wach und endlich bemerkte er uns.

Endlich waren wir wieder zu Hause. Motti wurde kurz wach, ich zog sie aus und wir gingen alle schlafen. Genug Aufregung für einen Tag.

Nach einer viel zu kurzen Nacht fühle ich mich wie erschlagen, Motti hingegen tobt wieder herum als wäre nichts gewesen und Lotti erzählt vom Abenteuer „mit dem Krankenwagen fahren“.

Die Krankenkassenkarte ist in all dem verloren gegangen.